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Olsztyn/Allenstein
Olsztyn/Allenstein liegt inmitten
ausgedehnter Wälder ist deshalb ein guter Ausgangspunkt für einen
Besuch in der Seenregion. Da die Stadt einen starken Zuwachs an
Sommergästen verzeichnet, ist man hier auf Touristen eingestellt.
Wegen der Zerstörungen im Krieg besteht
der alte Stadtkern heute vorwiegend aus tristen, grauen Häuserblocks.
Aber verstreut zwischen Betonblöcken und staubigen Transportwegen
sind noch ruhige Straßen mit sauberen Backsteinhäusern erhalten
geblieben. Sie wurden von den ehemaligen deutschen Einwohnern der
Stadt errichtet. Erst 1353, zwanzig Jahre nach dem Baubeginn seiner
Burg, wurde Olsztyn der Status einer Stadt zugesprochen. Nach dem
Toruner Vertrag von 1466 fiel die Stadt wieder an Polen. Damit entging
sie endgültig dem Zugriff des Deutschen Ordens. Rund fünfzig Jahre
später ließ sich Nikolaus Kopernikus hier als Verwalter der Provinz
Ermland nieder, und 1521 unterstützte er den Widerstand der Stadt
gegen den Deutschen Orden. Nach der ersten Teilung fiel die Stadt
an Preußen. Bis 1945 gehörte sie zu Ostpreußen. Der Widerstand gegen
den deutschen Einfluß
während dieses Zeitraumes spiegelt sich in der Gründung des Verbands
der Polen in Deutsehland im Jahr 1921 wider, einer Organisation,
die bemüht war, im Reich die polnische Kultur am Leben zu erhalten.
Nach Hitlers Machtergreifung wurde der Verband Zielscheibe des Nazi-Terrors.
Viele Mitglieder wurden in den Konzentrationslagern umgebracht.
Die Stadt erlitt in der Kriegszeit starken Schaden, 1945 war sie
zu rund 40 Prozent zerstört. Inzwischen ist Olsztyn zu einem wichtigen
Industriezentrum mit einer Bevölkerung von fast 100.000 Einwohnern
aufgestiegen. Die deutschsprachige Bevölkerung, nach dem Zweiten
Weltkrieg aus der Stadt vertrieben, wurde weitgehend durch Siedler
aus ganz Polen ersetzt. Vor allem kamen Zuzügler aus den von der
ehemaligen Sowjetunion annektierten Ostprovinzen und von noch sehr
viel weiter her. Auch eine kleinere lettische Gemeinde gibt es hier.
Sehenswertes
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen alle in der Altstadt,
fünfzehn Gehminuten westlich von Eisenbahn- und Busbahnhof. Man
kann auch jeden Bus nehmen, der die al. Partyzantow entlang fährt;
am besten steigt man am Plac Wolnosci, dem Marktplatz der Stadt,
aus. Das gotische Hohe Tor/Brama Wysoka führt direkt zur
Altstadt,
die vom Ende der ul. 22 Lipca bequem
zu Fuß erreichbar ist. Hat man das Tor durchschritten, gelangt man
über die ul. Staromiejska zum Rynek, an dem noch einige der alten
Häuser stehen, darunter das interessante, preußisch wirkende Rathaus.
Weiter in westlicher Richtung liegt die Burg
aus dem 14. Jahrhundert. Sie wurde umfassend renoviert. Von hier
hat man einen schönen Ausblick auf das tief eingeschnittene Tal
der Lyna/Alle. Das Museum der Burg informiert über die Geschichte
von Masuren und Warmia. Die volkskundliche Abteilung enthält eine
schöne Sammlung von Trachten, Kunsthandwerk
und Möbeln. Im historischen Teil wird der Widerstand der
Einwohner von Warmia gegen alles Deutsche besonders herausgestellt.
Außerdem gibt es eine große archäologische Abteilung, die Gegenstände
aus alten Gräbern enthält. Zu besichtigen ist auch eine geheimnisvolle
Granitgestalt im Burghof. Sie stammt noch aus der Zeit der Pruzzen.
Öffnungszeiten: Museum - Di-So 10-16 Uhr.
Sehenswert
in der Burg sind auch die Wohnräume von Kopernikus
im ersten Stock des Südwestflügels. Neben einem von Matejko angefertigten
Porträt des Gelehrten und mehreren Instrumenten ist in diesen Räumen
auch eine Sonnenuhr zu sehen, die Kopernikus entworfen haben soll.
Vom Burgturm aus hat man einen schönen Blick auf die Stadt und Umgebung.
Im großen Amphitheater direkt unter der Burg finden im Sommer oft
Theateraufführungen und Konzerte statt. Nicht weit vom Burgeingang
entfernt steht eine strenge, neugotische protestantische Kirche,
die die vorwiegend nichtkatholische deutsche Bevölkerung benutzte.
Um zur katholischen Kathedrale aus dem 16. Jahrhundert zu gelangen,
muß man zum Rynek zurückkehren. Ursprünglich war diese Kathedrale
eine große Pfarrkirche, die auch heute noch einige ihrer früheren
gotischen Merkmale aufweist. Trotz umfassender Renovierungen ist
es noch immer ein schwermütig stimmender Ort.
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