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   Freitag, 1 Juli, 2016
   Namenstag feiern: Dietrich, Aaron, Theobald
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ERNST THEODOR AMADEÜS HOFFMANN (1776-1822)

Ernst Theodor Amadeus HoffmannHoffmann war einer der vielseitigsten deutschen Romantiker. Nicht zu Unrecht bezeichnete ihn deshalb Franz Fühmann als "Universalgenie", denn H. war Komponist, Zeichner, Karikaturist, Psychologe, Essayist, Kritiker und Dichter - dazu auch noch ein scharfsinniger, tapferer Jurist, ein Kapellmeister, Bühnendirektor, Kulissenmaler, Gesangspädagoge, Konzertpianist, und sogar ein Kommissionshändler.

1776: 24 Januar, Ernst Theodor Wilhelm wird in Königsberg geboren (1809 erst nahm er zu Ehren Mozarts den Namen Amadeus an). Jura - Studium und unglückliche Liebe zu Dora Hatt. Versetzung nach Glogau und Posen.

1800: Lösung seiner Verlobung mit Minna Doerffer und Heirat mit Michalina Trzcinska ("Micha"), Tochter des polnischen Stadtschreibers von Posen, sein "sehr liebes liebes Weib" (an Hippel, 25. 01. 1803). H. karikiert die Spitze der Posener Gesellschaft -Strafversetzung nach Plock.

1802: "Exil" in Plock. Arbeit am Gericht. Kirchen und Klaviermusik, Rezensionen, der Aufsalz "Schreiben eines Klostergeistlichen" u.a.

1804: Regierungsrat in Warschau. Teilnahme am musikalischen Leben.

1806
: Hungerjahre in Berlin

1808
: Musikdirektor am Theater in Bamberg. Wechselnde Aufenthalte in Leipzig und Dresden. jähre künstlerischer Reife.

1815
:'Rückkehr zur "Staatskrippe". Kammergerichtsrat in Berlin. Uraufführung der Oper "Undine". Romane, Erzählungen, Märchen, Essays und Kritiken.

1822: 25. Juni, nach langer Krankheit Tod des "unkonventionellsten Beamten, der jemals gelebt hat" (Schoeps, H.J.) in Berlin.

EINIGE TITEL AUS DEM SCHRIFTSTELLERISCHEN WERK Romane:
Die Elixiere des Teufels Lebensansichten des Katers Murr
Erzählungen: Der Sandmann Das Bergwerk zu Falun Meister Martin der Küfner-und seine Gesellen
Märchen: Der goldene Topf Nußknacker und Mäusekönig , Klein Zaches genannt Zinnober
Sammlungen: Phantasiestücke in Callots Manier Die Serapionsbrüder
Oper: Undine
Kompositionen: Miserere B-moll Sinfonie Es-dur Kiaviersonaten und Canzonetti E.T.A Hoffmann: Warschauer Räte


HOFFMANN IN PLOCK (1802-1804)

Hoffmann, der am 21. Februar nach Plock strafversetzt worden war, wohnte mit "Micha" im "Hotel de Berlin" am Alten Markt. Plock begeisterte ihn nicht. Er, der wie kaum ein anderer den täglichen Umgang mit Kunst und Kultur brauchte, fühlte sich hier "lebendig begraben" (an . Hippel, 25. 01. 1803).

Neben der ordentlichen Berufsarbeit widmete er viel Zeit der Kunst - seiner wahren Berufung. Nebenbei zeichnete, komponierte und dichtete er, "freylich alles nur schlecht" (an Hippel, 03. 10, 1803). H. konzertierte oft in der Kirche des Norbertiner Nonnenklosters, abends spielte er Klavier in seiner Wohnung. Er malte Portraits, zeichnete Karikaturen des "Plocker Publikums" (einige haben sich auf einem Paravent erhalten, der heute im Masowischen Museum verwahrt wird). In Plock spricht H. erstmals von "Todes Ahndungen -Doppeltgänger" (TGB, 06. 01. 1804). Die erzwungene Spaltung seiner Existenz in den Beamten einerseits und den Künstler andererseits zerstörte zunehmend die. Persönlichkeit dieses kreativen Menschen. H. wurde zu einem Kneipengänger und Wein zum hauptsächlichen. Mittel seiner Inspiration. Als Künstler nur in den Nachtstunden tätig, wandte er sich literarisch den "Nachtseiten" des Lebens, dem "Unheimlichen" und "Sonderbaren" zu. "Wann werden meine Leiden sich wenden! -- sagte Frederic le grand auf dem Schiachtfelde; ich, H.(offmann) le petit sag' es wenn ich mich erhebe aus den staubigten Akten!" (TGB, 06. 10. 1803) Dieser Wunsch erfüllte sich nie ganz: die wenigen jähre als freier Künstler (1806 bis 1815) waren geprägt durch Not, Mißerfolge und Selbstzweifel. Die vielleicht glücklichste Zeit seines Lebens erlebte H. vom Frühjahr 1804 bis 1806 in Warschau. An der Seite von Wojciech Bogulawski wirkte er hier aktiv mit an der Gestaltung des musikalischen Lebens. Auf seine Initiative hin wurde die "Musikalische Gesellschaft" gegründet. Jozef Eisner, der Lehrer Chopins, nahm Kompositionen H.s auf im "Wybor pieknych dziel muzycznych i piesni polskich" (Kosim, J.)

DAS "BERLINER HOTEL" - EHEMALIGES WOHNHAUS HOFFMANNS AM ALTEN MARKT 8E.T.A. Hofmann - Haus (von T. Osinski)

Hoffmann wohnte knapp zwei Jahre in diesem Hotel. Daß er sich keine Wohnung nahm, weist schon darauf hin, wie wenig er sich auf einen längeren Aufenthalt in Plock einrichtete. Neben der Kirchenmusik war seine einzige Freude der Besuch in der "Neuen Ressource", wo er oft etwas zuviel "Bischof" trank - eine Art gewürzten Weines. Nicht zu Unrecht darf man annehmen, daß das "Doppelgängermotiv" seiner späteren Dichtungen in H.s Doppelexistenz als Tagmensch (Beamter) und Nachtmensch (Künstler) begründet liegt. Die Folgen des häufigen Rausches kennzeichnete er selbst in seinen Tagebucheintragungen der Plocker Zeit so:

Die Folgen dieses Rausches und das Verhältnis seiner polnischen Frau "Micha" dazu, beschreibt J.E. Hitzig (Hoffmanns erster Biograph):

Freunde berichteten, daß Hoffmann oft Illusionen hatte und seine literarischen Gestalten wirklich sah. So kam es vor, daß er nachts, wenn ihn seine Fantasiegestalten ängstigten, seine schon schlafende Frau weckte, die, ihn kennend und liebend, willig das Bett verließ, sich ankleidete, sich mit dem Strickstrumpf an seinen Schreibtisch setzte, und ihm Gesellschaft leistete, bis er fertig war."

"Nur der Dichter versteht den Dichter, nur ein romantisches Gemüt kann eingehen in das Romantische, nur der poetisch exaltierte Geist, der mitten im Tempel die Weihe empfing, kann das verstehen, was der Geweihte in der Begeisterung ausspricht."

Das Darmstadt Haus ist als Zentrum für Bildung und Kultur gedacht. Es kann auch für wissenschaftliche Kontakte genutzt werden. In der Bibliothek mit ihrem- kleinen Lesesaal befinden sich Zeitschriften und Bücher in deutscher Sprache. Der größte Raum im Darmstadt Haus ist der Konzertsaal mit einem Flügel. Hier treten regelmäßig verschiedene Künstler - nicht nur .aus Darmstadt - auf. Ein besonderes Anliegen besteht darin, in zahlreichen Ausstellungen, Konzerten usw. die deutsche Kultur in Plock zu popularisieren. Im Sprachlabor können ältere wie jüngere Einwohner die Sprache Hoffmanns verstehen und sprechen lernen. Im Obergeschoß stehen drei Doppelzimmer mit Küche und Bad sowie ein Aufenthaltsraum als Gästeabteilung zur Verfügung. Für das leibliche Wohl aller Besucher und Gäste sorgt das Restaurant - Cafe "Literacka", das sich im Erdgeschoß befindet.

Plock - ist eine Stadt mit 130.000 Einwohnern im Zentrum Polens an der Weichsel. Das maieriche, in den Hügeln gelegene Plock ist wegen seiner Denkmäler, unter denen eine wahre Perle die Katedrale ist, wegen der in Polen reichsten Sammlung von Jugedstilkunst im Masowischen Museum, sowie auch wegen der starken, modernen Industrie (Polski Koncern Naftowy S.A., Levi Strauss Poland, New Holland Bizon) sehr bekannt.
Alle Informationen mit freundlicher Unterstützung des Amtes für Promotion und Information der Stadt bei der Stadtverwaltung Plock erstellt von: Gracja Krzesinska