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   Mittwoch, 10 März, 2010
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Dunajec Durchbruch

Die Floßfahrt mit einer Goralenflöße auf dem Fluss Dunajec durch den Pieniny-Durchbruch ist eine einzigartige Begegnung mit wilder, seit Jahrtausenden unveränderter Natur. Eine der größten und ältesten, touristischen Attraktionen auf unserem Kontinent, und gleichzeitig die beste Besichtigungsmethode des Pieniny-Nationalparks.

Die Goralenflöße auf dem Fluss Dunajec durch den Pieniny-Durchbruch. (Fot. Jacek Kaczmarczyk)Mit einer hölzerner, aus engen Kähnen zusammengebauten Flöße fahren wir in eine tiefe und geschlängelte Schlucht ein, durch die der Fluss Dunajec seinen Weg durch das felsige Pieniny-Gebirge gebahnt hat. Gewaltige, mehrere hundert Meter hohe Uferbruche, Wände und Zacken aus Kalkstein wachsen dicht an dem Flussstrom in die Höhe.
Der Dunajec schwenkt unerwartet mal nach rechts, mal nach links ab, mal trägt er uns, wie es scheint gerade auf die Felsen, mal verlangsamt er seinen Lauf über den Tiefen und Untiefen, wo die Floßführer Ihre Rast finden können. Die Fahrt auf den Wellen des Dunajec dauert 2-3 Stunden. Die Ausblicke ändern sich rasch, wir hören interessante Erzählungen der Goralenflößer zu - Legenden , Sagen, aber auch Informationen über das Pieniny- Gebirge und seine Natur. Die Tradition organisierten Floßfahrten durch den Pieniny-Durchbruch geht auf das Jahr 1832 zurück.

Die Floßfahrt beginnt in Sromowce Katy und endet in Szczawnica oder Kroscienko.
Das floß besteht aus fünf zusammengebundenen 5,75 m langen und 45 cm breiten Kähnen, die früher aus ausgehöhlten Baumstämmen und heute aus Brettern gemacht werden. Ein Floß nimmt 10 Insassen auf und wird von zwei Flößern (einen Meister vorn und einem Helfer hinten) gelenkt. Die Steuerung des Floßes erfolgt mittels Holzstangen, den sogenannten Sprießen (poln. spryszka).Ausblick von Szczawnica auf die Pieninen. Von hier aus geht man bis nach Czerwony Klasztor in der Slowakei ca. 10 -11km.   (Fot. Jacek Kaczmarczyk) Die Flößer sind traditionell gekleidet , und tragen charakteristische üppig bestickte blaue Westen. Früher setzte die Fahrt am Fuß des Schlosses Niedzica an. Heute ist es wegen einiger Staudämme und dadurch entstandenen Seen nicht mehr möglich und die Fahrt beginnt in Katy, einem Vorort von Sromowce Wyzne. Von dort bis Szczawnica dauert die Fahrt etwa drei Stunden. Es besteht jedoch die Möglichkeit, den Weg um drei Kilometer bis Kroscienko zu verlängern. Dann fährt man 3,5 Stunden. An der Anlegestelle gibt es zwei große bewachte Parkplätze und zwei Geschäftshäuser, wo sich unter anderem ein paar kleine Läden, eine Naturausstellung, ein Imbiss und die Kasse befinden. Am Flussufer werden die Kähne in Flöße zusammengebunden und mit Nadelbaumästen als "Wellenbrecher" geziert. Die Fahrt beginnt in 465 Meter Höhe.
Oft werden die Flöße von einer Volksmusikantentruppe begleitet, bevor sie vom reißenden Strom flussabwärts getragen werden. Die erste Strecke der 18 Kilometer langen Fahrt führt entlang der südlichen Pieniny-Hänge. Das rechte Ufer des Dunajec gehört zur Slowakei. Der Fluss ist fast auf der ganzen Länge der Fahrt die Staatsgrenze.

Die Steckenbeschreibung haben wir kurzgefasst.


2 km -Am slowakischen Ufer liegt das Dorf Majere, wo bis 1945 deutsche Kolonisten lebten. Am polnischen Ufer lässt die Ortschaft Sromowce Srednie auf die Drei Kronen und die Tatra blicken.

4 km -Rechts fängt einer der slowakischen Dunajec-Fahrwege an, sowie der Ort Czerwony Klasztor / Das Rote Kloster, wo sich deutsche Siedler aus Württemberg vom 18 Jh. an aufhielten. Aus dieser Zeit stammt die kleine postevangelische Kirche vom Jahr 1808. Am rechten Flussufer erstreckt, sich auf 1,5 Kilometern das Dorf Sromowce Nizne mit interessanter i Bauernarchitektur und einer kleinen Holzkirche vom 16 Jh. Die meisten hier wohnenden Männer arbeiten bei der Floßfahrt.

5 km -An der Mündung des Baches Lipnik stehen die ehemaligen Klostergebäude vom 14 Jh. Das Kloster wurde von Kokocz Berzeviczy erbaut, der auf diese Weise seine Mordschuld sühnen wollte. Über das Kloster herrschten polnische Könige. Heute ist es ein Museum und ein Erholungsheim für Kinder aus Preßburg. Der Name des Roten Klosters ist mit der rötlichen Farbe der Gebäudedächer verbunden. Hier beginnt ein anderer slowakischer Dunajec-Fahrweg. In Zukunft soll hier ein Grenzübergang für Touristen eröffnet werden.

6 km -Am Berg Ostra Skala / Scharfer Fels biegt der Fluss scharf ab. Hier fängt der eigentliche Flussdurchbruch an. Auf der Strecke von geradlinig 3 km bildet der Dunajec 7 scharfe Kurven und verlängert somit seinen Lauf bis auf 8 km. i Zwischen den Felsen links befindet sich die Rybacka Grota / Fischerhöhle, in der sich vor Jahren nachts fischende Fischer schützen konnten. Hier wurden auch Feuer entfacht, die die Fischstelle beleuchten sollten. Entlang des rechten Flussufers führt von Czerwony Klasztor ein Wanderweg, der sogenannte Pieniny-Weg, der die Besichtigung des Dunajec-Durchbruches vom Land aus ermöglicht.

6,5 km- Der Dunajec wird schmaler und ist jetzt nur 10 m breit. Der Ort heißt Zbojnicki Skok / Räubersprung. Der Legende nach habe der Räuber Janosik auf seiner Flucht vor Gendarmen an dieser Stelle den Dunajec übersprungen. Der Fluss ist hier ziemlich tief.

6,7 km -Links aus dem Wasser hervor taucht der Berg Swinia Skala / Schweinefels auf, dessen Name aus jener Zeit stammt, in der die Flößer seine Flöße selbst flussaufwärts zogen und hier wieder ins Wasser hinabsteigen mussten.

Ausblick von der Slowakischer Seite auf Dunajec- Durchbruch . Hierhin kommt man von Szczawnica über den Wanderweg über die Grenze ca. 3-4 km. (Fot. Jacek Kaczmarczyk)7,5 km- Der Fluss biegt wieder scharf ab und umfließt den Berg Klejowa Gora, der an seinem linken Ufer emporragt. Von hier aus kann man den bewaldeten und gerippten Hang des Berges Gorica (833 m ü. d. M.) sehen. Die Felsrippen werden im Volksmund Mönche genannt.

8 km -An der slowakischen Seite liegt die Wiese Huta / Hütte, wo einer der Wanderwege im slowakischen Pieniny ansetzt. Der Name wurde von der hier einst stehenden Glashütte abgeleitet.

9 km -Der Strom wird immer schneller und man fährt direkt auf 150 m hohen Steilhang des Berges Facimiech zu. Die Flößer weisen hier auf die Gestalt einer Nonne und die des polnischen Adlers. Im Hang befindet sich eine 20 m lange Höhle. An dieser Stelle bildet der Dunajec seine schärfste Kurve. Danach wird der Strom langsamer und der Fluss wird wesentlich breiter. Diese Strecke heißt deshalb leniwe / Faulenzer. Links häufen sich die Felsen Piecki / Ofen. Hinter dem Wald hervor kommt die Wiese Polanka zum Vorschein. Vor Jahren stand hier ein von den Touristen aus Szczawnica gern besuchter Gasthof. Der Polanka gegenüber häufen sich die Felsen Ligarki (links) und Fujarkowe Skaly (rechts). Hoch über dem Fluss ragen die Berge Czertel, Czertezik und Sokolica empor.

10,5 km- Von der linken Seite her mündet der Bach Pieninski in den Dunajec ein. In seinem Tal halten sich gern hiesige Tiere auf. Hier bietet sich auch einer der berühmtesten Anblicke des Pieniny: Die weißen Hänge der Berge Wilcza Skala / Wolfsfels und Cukrowa Skala / Zuckerfels sperren den Fluss. Über ihnen ragt der Gipfel Sokolica 307 Meter über dem Flussspiegel empor.

11,5 km -Das linke mit Buchen bewachsene Ufer ist eine Halbinsel mit dem Gipfel Przechodni Wierch. Die Flöße fahren hier immer schneller, deshalb wird diese Strecke von den Flößern Na Bystre / Geschwind genannt.

12,2 km -Am slowakischen Ufer befindet sich eine Wasserquelle, die sogenannte 100-Jahre-Quelle. "Wer daraus trinkt, lebt 100 Jahre". Die Flöße dürfen hier anlegen, damit die Touristen dieses sehr gute und kalte Wasser schmecken können. Unterhalb der Quelle steht ein abgesonderter Fels namens Sama Jedna /Alleinstehende oder scherzhaft Stara Panna / Alte Jungfer. An seinem Fuß wird um 180° gewendet und man gerät an den Ort namens Na lochu / Über dem loch, wo der Fluss am tiefsten ist.

12,4 km -Hinter der Alleinstehenden mündet rechts der Bach lesny in den Dunajec ein, indem er die Felsen durchbricht. Darüber häuft sich der Berg Bystrzyk, dessen Felsen bildhaft Wylizane / Geleckte genannt werden.

12,7 km
-Hier enden alle slowakischen Dunajec-Fahrwege, denn der Fluss fließt ab jetzt nur durch Polen. Die Grenze biegt rechts ab und steigt über den Hang von Bystrzyk. Hier befindet sich ein Grenzübergang für Touristen.
Ein Geschäft mir regionalen Souvenirs- an der Anlegestelle in Szczawnica. (Fot. Jacek Kaczmarczyk)
13 km -An der linken Seite steht der Berg Hukowa Skala. Vor Jahren wurden hier Mörserkanonaden veranstaltet, die der Fels widerhallte. Im Hintergrund sieht man den Berg Biala Skala / Weißer Fels, an dessen Fuß die Kähne anlegen, die die Touristen auf den Weg auf Sokolica hinüberfahren.

13,8 km -Oben auf dem Hang rechts steht die Herberge Orlica.

14,2 km -Die Anlegestelle in Szczawnica. Hier enden die meisten Dunajec- -Fahrten. Am Ufer befindet sich ein Imbiss und am anderen Ufer des Baches Grajcarek liegt ein großer Parkplatz und gleich daran ein Restaurant. Bis Kroscienko sind es noch etwa 3 km.

Die Entfehrnungen von
dem Floßanlegeplatz bis:

Katowice
190 km
Krakow
115 km
Krynica
100 km
Nowy Sacz
60 km
Nowy Targ
34 km
Tarnow   
120 km
Warszawa
415 km
Zakopane
55 km