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Touristische Attraktionen der Lubliner Region
Die Lubliner Region liegt in Südostpolen, an der Grenze zweier
großer physisch-geographischer Einheiten -West- und Osteuropa. Ihre
historischen und geographischen Grenzen decken sich weitgehend mit
der heutigen Woiwodschaft Lublin. Die natürlichen Grenzen der Lubliner
Region sind im Westen die Weichsel, der größte Fluss Polens und
im Osten der Bug, ihr rechtsseitiger Nebenfluss. Zwischen diesen
Flüssen erstrecken sich parallel zu einander die geographischen
Hauptgebiete der Region: im Norden die Podlasie- Tiefebene und die
Waldlandschaft Polesie Lubelskie, im mittleren Teil die fruchtbare
Lubliner Hochebene, die Wolhynische Hochebene und die Anhöhen von
Roztocze, im Süden der niedriger gelegene, stark bewaldete und zum
Teil dünenbedeckte Kessel von Sandomierz.
Im schönen Lubliner Gebiet finden die Touristen mühelos viele Orte,
an denen die natürliche Umwelt fast in ihrem ursprünglichen Zustand
erhalten ist. Hier gibt es noch große Wald- und Torfmoorgebiete
und in ihnen Teile des Walddickichts mit einzigartiger Flora und
Fauna. In zwei Nationalparks und fast hundert Naturreservaten findet
man wertvolle Pflanzengemeinschaften aus nördlichen und atlantischen
Gebieten sowie vom Schwarzen Meer.
In der Lubliner Region durchdringen einander nicht nur geographische
und biologische Phänomene aus West- und Osteuropa, sondern sie war
und ist auch heute noch bekannt für die Koexistenz vieler Nationalitäten,
Kulturen und Religionen. In der Lubliner Region fanden seit Jahrhunderten
zahlreiche Menschen aus anderen Ländern Zuflucht, die ihre Heimat
verlassen mussten. Hier siedelten sich Juden, Schotten, Deutsche,
Holländer, Armenier, Russen und Italiener an. Sowohl Bekenner des
Judaismus als auch Protestanten, orthodoxe und griechisch-katholische
Christen sowie Moslems. Viele wertvolle Objekte ihrer materiellen
und geistigen Kultur können wir bis heute bewundern.
Das
Gebiet der heutigen Woiwodschaft Lublin bildete seit Jahrhunderten
den Schauplatz wichtiger historischer Ereignisse. Im Jahre 1569
wurde in Lublin die Polnisch-litauische Union geschlossen, in deren
Ergebnis die "Adelsrepublik Beider Nationen" entstand - damals der
mächtigste Staat in Europa. Viele aus dem Mittelalter stammende
Städte sowie einzelne Architekturdenkmäler zeugen von der gegenseitigen
Beeinflussung ausländischer und polnischer Kultur und Kunst. Im
16. -17. Jahrhundert bildete sich ein spezifischer Baustil heraus
- die sog. Lubliner Renaissance, die vor allem die von italienischen
und niederländischen Baumeistern errichteten Kirchen geprägt hat.
Ein
geradezu symbolisches Objekt, das die Einflüsse der Kunst und Religion
aus West und Ost umfassend verdeutlicht, ist die im Stil der Gotik
und Renaissance errichtete Lubliner Schlosskapelle St. Trinitatis
mit ihren wertvollen Ruthenisch - byzantinischen Fresken aus dem
Jahre 1418. Der städtebauliche Komplex von Zamosc, einer Renaissancestadt
von außerordentlicher Schönheit und gleichzeitig militärischen Festung,
ist das Werk des Italieners Bernardo Morando - 1992 wurde dieser
Komplex in die
UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Zu den wertvollsten
Architekturdenkmälern der Region gehören auch die Altstädte von
Lublin und von Kazimierz Dolny. Palais- und Parkanlagen berühmter
Adelsgeschlechter wie der Familie Zamoyski in Kozlowka, der Familie
Czartoryski in Pulawy, der Familie Sanguszko in Lubartow und der
Familie Potocki in Radzyn Podlaski gehören zu den wertvollsten Architekturdenkmälern
in Polen.
Von den mehrere Hundert zählenden Sakralbauten in der Region sind
am wertvollsten:
- die gotische Kirche in Piotrawin aus dem 15. Jahrhundert,
- die Kirchen und Klosteranlage der Dominikaner in Lublin,
- sowie die Barockkirchen in Lubartow, Chelm und Wlodawa.
Im östlichen Teil der Region finden Sie zahlreiche russischorthodoxe
Kirchen, u. a. in Hrebenne, Tomaszow Lubelski, Koden und Jableczna,
sowie eine neounierte (byzantinisch-ukrainische) Kirche in Kostomloty.
Burgen und Festungen sind bei den Touristen besonders beliebt. Besonders
zu empfehlen sind die pittoresken Burgruinen in Kazimierz Dolny
und Janowiec und das Lubliner Schloss sowie der Wehrturm in Stolpie
(aus dem 12. Jahrhundert!).
Umfangreich
ist das kulturelle Angebot im Lubliner Gebiet, die aus dem jahrhundertealten
Erbe der Region resultiert. Die meisten Veranstaltungen haben lokalen
Charakter und sollen diese "Kleinen Heimaten" fördern. Gesamtpolnische
und internationale Veranstaltungen ziehen seit Jahren, Künstler
und Touristen an. Besonders zu empfehlen sind das gesamtpolnische
Festival Volkstümlicher Kapellen und Sänger sowie der Volkskunstmarkt
in Kazimierz Dolny, der Internationale Polesie- Folkloresommer in
Wlodawa, der Theatersommer Zamosc und das Festival "Jazz im Grenzland"
in Zamosc, der Wettbewerb der Städtischen Turmbläser und die "Theaterkonfrontation"
in Lublin, die Erntefeste der Hopfenbauer und Bierbrauer "Chmielaki"
in Krasnystaw, das Archäologische Fest in der mittelalterlichen
Wehranlage in Chodlik sowie die regelmäßig stattfindenden Konzerte
und Festivals Klassischer Musik in Naleczow, Lublin und Kazimierz
Dolny.
Außerordentlicher Popularität erfreuen sich auch die Folkloreveranstaltungen
im Lubliner Dorfmuseum. Hier präsentieren sich Töpfer, Schmiede
und Weber, vorgestellt werden außerdem die traditionelle Getreide-
und Heuernte, der Handdrusch und die Herstellung von Buchweizengrütze.
Mehrere Dutzend Museen in der Region präsentieren vielfältige Güter
der geistigen und materiellen Kultur. Erwähnt werden müssen sowohl
das erste auf polnischem Boden entstandene Museum (1801) -heute
das Regionalmuseum des Polnischen Verbandes für Touristik und Landeskunde
(PTTK) in Pulawy als auch das Lubliner Museum, das größte im Lubliner
Gebiet überhaupt, aber auch das Goldschmiedemuseum in Kazimierz
Dolny das einzige seiner Art in Polen.
In einigen biographischen Museen werden Exponate ausgestellt, die
mit dem Leben und Werk hervorragender polnischer Schriftsteller
im Zusammenhang stehen:
- des Nobelpreisträgers Henryk Sienkiewicz -in Wola Okrzejska,
- von Jozef Ignacy Kraszewski -in Romanow,
- von Boleslaw Prus und Stefan Zeromski -in Nalczow.
Im
Lubliner Gebiet findet. eine ganze Reihe spektakulärer Sport- und
Erholungsveranstaltungen statt. Besondere Aufmerksamkeit verdienen
dabei solche in natürlicher Szenerie stattfinden. Veranstaltungen
wie Motocross und Radrennen, Straßen- und Geländeläufe sowie Schwimm-
und Paddelwettbewerbe, die auf den Seen der Region sowie auf dem
Lubliner Zemborzyce- Stausee stattfinden.
Touristen, die sich gern länger an einem Ort aufhalten, bietet die
Lubliner Region attraktiv gelegene Erholungszentren, Camping- und
Zeltplätze im Seengebiet von Leczna und Wlodawa, in Roztocze, am
Bug und an der Weichsel. Ergänzt wird dieses Angebot durch ein dichtes
Netz Gästebauerhöfen,
die eine gute Erholung weitab vom Getümmel der Städte gewährleisten.
Gut ausgestattete und bequeme Unterkünfte an attraktiven Orten,
in der Nähe von Flüssen, Wäldern und an Seen gelegen, bieten Möglichkeiten.
zum Angeln, zum Sammeln von Pilzen und Heilkräutern, zu Fuß- und
Radwanderungen und sogar zum Reiten, vor allem aber zum Kennenlernen
des traditionellen und gastfreundlichen Lebens der Lubliner Dörfer.
Hier kann man dem Landwirt bei seiner täglichen Arbeit zuschauen,
seine Werkzeuge begutachten und den Geschmack von Landbrot, -butter
und -milch kennenlernen. Vertreter der traditionellen Handwerkskunst
(Töpfer, Schmiede und Korbflechter) demonstrieren gern ihre Fähigkeiten
und verraten Ihnen die Geheimnisse ihres Berufes.
Das ganzjährig geöffnete Heilbad in Naleczow mit kardiologischem
Profil lädt alle diejenigen ein, die ihre volle körperliche und
geistige Leistungsfähigkeit zurückgewinnen wollen. Als heilkräftig
gelten auch die "wunderbaren Quellen" an religiösen Kultstätten.
Man braucht nur das Wasser aus dem Brunnen von Wawolnica, Radecznica,
Urzedow oder Krasnobrod zu schöpfen... Bei einem Besuch in der Lubliner
Region sollte man auch andere berühmte Wallfahrtsorte besuchen,
u.a. in Koden, Lesna Podlaska und Jableczna in Podlasie sowie in
Janow Lubelski, Kazimierz Dolny und Chelm.
Die Lubliner Region ist sehr reich an Natur. Die geschützten Gebiete
nehmen hier etwa 25% des Territoriums ein. Der Naturschutz kann sich
im Lubliner Gebiet durchaus einiger Traditionen rühmen. Bereits im
.16. Jahrhundert wurden in der sog. Ordination der Familie Zamoyski
in Roztocze die ersten Tiergärten in Polen angelegt. Diese Naturschutztraditionen
werden vom Nationalpark Roztocze fortgesetzt, in dem u.a. die sog.
Polnischen Pferdchen (konik polski) gezüchtet werden. Die Wälder von
Roztocze mit ihren monumentalen Bäumen (Buchen und Tannen) gehören
zu den schönsten in ganz Polen. Der Nationalpark Polesie schützt die
in diesem Teil Polens einmaligen Walthundrahgebiete mit zahlreichen
Relikten der postglazialen Flora sowie einige pittoreske Seen, die
zu der touristisch erschlossenen Seenplatte von Leczna und Wlodawa
gehören.
Bei den Touristen sehr beliebt sind auch die Landschaftsparks insgesamt
17 in der Region. Am populärsten sind Kazimierz, Lasy Janowskie,
Puszcza Solska, Krasnobrod und Podlasie-Bugdurchbruch. Besonders
intensive Eindrücke vermittelt die Besichtigung der Naturreservate.
Manche von ihnen haben bei Naturforschern und Touristen bereits
europäische Berühmtheit erlangt. Außerordentlich wertvoll sind die
Reservate "Kra Jurajska" bei Lukow mit einzigartigen Ammonitenablagerungen,
"Zolwiowe Blota" in den Wäldern von Sobibor sowie "Skarpa Dobrska"
- das ist außerdem ein hervorragender Aussichtspunkt auf das Tal
der Weichsel und Chodelka, "Nad Tanwia" und "Czartowe Pole" im Gebiet
Roztocze mit ungewöhnlichen Wasserfällen an Felsschwellen.

Die
Touristen, die die touristischen Attraktionen der Region entdecken
wollen, können die interessantesten Orte mühelos erreichen. Ein
gut entwickeltes Straßennetz ermöglicht, sogar die am weitesten
vom Zentrum der Region entfernten Gebiete, wie z. B. das Grenzgebiet
am Bug, zu erkunden. Entlang der Grenze zur Ukraine und zu Belarus
(Weißrussland) führt die interessante Bug-Straße sowie ein fast
300 km langer Fußwanderweg. Den Touristen stehen ungefähr 80 km
gekennzeichnete Wanderwege zur Verfügung, die durch die schönsten
Niederungen, Hochebenen
und Wälder, an Seen vorbei, durch Hohlwege und Flusstäler führen.
Die markierten Naturpfade in den Nationalparks und Landschaftsschutzgebieten
führen durch waldiges und sumpfiges Dickicht hindurch und ermöglichen
das Erreichen von Orten, die für ihre "Naturwunder" berühmt sind,
und die Aussichtstürme an manchen Wegen erleichtern das Beobachten
und Fotografieren von Tieren, besonders von Vögeln.
Für die Liebhaber der Fahrradtouristik gibt es Radwege im Gebiet
Roztocze, im Urwaldgebiet Puszcza Solska und in den Wäldern von
Kozlowka. Die Paddler sind eingeladen zu Wildflussfahrten auf dem
Tanew und vor allem auf der Krzna und dem Bug, wo sie unterwegs
Bootshäuser erwarten. Sehr beliebt sind die Schiffsausflüge auf
der Weichsel, die von Transportunternehmen in Kazimierz Dolny und
Pulawy organisiert werden. Es
lohnt sich auch, die geheimnisvolle Welt der Kreidekellergewölbe
von Chelm zu besichtigen, in denen manchmal der Bär Bieluch spukt,
der Beherrscher des unterirdischen Labyrinths, er ist den Touristen
wohlgesinnt und guten Menschen gegenüber gastfreundlich. Beim Wandern
durch die Lubliner Region werden Sie zahlreiche geheimnisumwitterte
Orte finden und so manche Sage hören.
Die Liebhaber der Geschichte wird ein Stadtrundgang in Lublin erfreuen
auf dem, "Jagiellonischen Pfad der Lubliner Union", der an die mit
der Schließung der Polnisch Litauischen Union im Jahre 1569 im Zusammenhang
stehenden Orte erinnert - dies sind zugleich die interessantesten
Sehens Würdigkeiten Lublins. Wir laden alle Liebhaber des Aktiv-
und des Erholungsurlaubs, bekannte und noch unentdeckte Orte suchende
Touristen sowie alle Liebhaber historischer Sehenswürdigkeiten ein,
die gastfreundliche Region zu besuchen.
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