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Mazowsze
/ Masowien
Masowien, die Ebene um Warschau, hat vielerlei Sehenswürdigkeiten
zu bieten. Auch wenn man wenig Zeit hat, sollte man wenigstens einen
Ausflug in den wunderschönen Wald des Kampinoski-Naturparks oder nach
Zelazowa Wola, in den Geburtsort Chopins, machen. Südwestlich
der Hauptstadt bietet die große Textilstadt Lodz ein großes
kulturelles Angebot. Das westlich von Warschau gelegen Plock,
mit dem Zug in knapp zwei Stunden zu erreichen, bietet eine historische
Altstadt und einige sehenswerte Museen. Im nördlichen Masowien liegen
der Palast von Jablonna und das Marktstädtchen Pultusk.
Praktisch alle nachfolgend beschriebenen Orte kann man von Warschau
aus mit Nahverkehrsbussen und -zügen erreichen. Allerdings sollte
man bei einem Tagesausflug in den Nationalpark daran denken, daß die
Busse in die Stadt zurück abends seltener fahren. Nach Lodz fahren
einige Eilzüge, so daß ein Tagesausflug von Warschau aus mühelos zu
schaffen ist.
Fünfzig Kilometer westlich von Warschau, am westlichen Rand des Kampinoski-Nationalparks,
liegt das kleine Dorf Zelazowa Wola, der Geburtsort des
Komponisten und Nationalhelden Fryderyk Chopin. Die Fahrt durch
die hügelige masowische Landschaft ist eine willkommene Abwechslung
nach der Stad. Ohne eigenes Auto sollte man einen Bus vom Hauptbusbahnhof
(Richtung Sochaczew) aus nehmen, die Busfahrt dauert eine Stunde.
Das Haus, in dem Chopin zur Welt kam, ist heute ein Museum, es liegt
in einem großen Garten. Die Familie Chopin lebte nach der Geburt ihres
Sohnes 1810 nur noch ein Jahr in diesem Haus, aber der junge Fryderyk
kehrte oft zu seinem Lieblingsort zurück. Hier lernte er die masowische
Volksmusik kennen, die in viele seiner späteren Werke Eingang gefunden
hat. Das Haus wurde 1929 mit Hilfe von Spenden gekauft, renoviert
und in ein Museum verwandelt, das von der Warschauer Chopin-Gesellschaft
unterhalten wird. Die Klavierkonzerte, die im Sommer sonntags im Musikzimmer
veranstaltet werden, sind bei Besuchern sehr beliebt. Von Anfang Mai
bis Ende September finden sie jeweils um 11 und 15 Uhr statt, sie
gehören zum Programm verschiedener Reiseorganisationen. Das Haus selbst
ist ein typischer dwor, ein traditioneller Landsitz der szlachta,
des Kleinadels, von dem es im gesamten ländlichen Polen, vor allem
aber in Masowien und Malopolska, viele gibt. Alle Räume wurden völlig
stilgetreu restauriert. Sie enthalten eine Sammlung von Familienporträts
und andere Erinnerungsstücke an Chopin. Das erste Zimmer rechts neben
dem Haupteingang ist die alte Küche, die mit traditionellen masowischen
Deckenmalereien geschmückt ist.
Der Kampinoski-Nationalpark
Der Kampinoski-Nationalpark/Puszcza Kampinoska, der an den Warschauer
Vorort Zoliborz angrenzt, erstreckt sich über eine Fläche von rund
400 Quadratkilometer westlich der polnischen Hauptstadt.
Dieser lichte Wald ist eine ideale Erholungsstätte. Er beherbergt
die Sommerhäuser vieler Warschauer, und im Herbst suchen hier an Wochenenden
Legionen von Ausflüglern nach Pilzen. Wie in allen Nationalparks wird
sorgfältig über den natürlichen Reichtum des Waldes gewacht, um die
vielfältige Flora und Fauna zu erhalten (von Zeit zu Zeit sichtet
man Elche, Wildschweine und Biber, die vor kurzem wieder hier angesiedelt
wurden). Für Fußgänger (und Langläufer) gibt es keine nennenswerten.
Einschränkungen der Bewegungsfreiheit. Man kann sich im Wald übrigens
leicht verlaufen, deshalb sollten Besucher, wenn sie nicht gerade
sehr erprobte Pfadfinder sind, auf den gekennzeichneten Wegen bleiben:
Markierungen am Waldrand geben klar die Hauptwege an.
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