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Plock - Die Fürstenstadt
Wenn es eine Reihenfolge der malerisch gelegensten Städte Polens
gäbe, dann stände Plock bestimmt an ihrer Spitze. Davon kann man
sich leicht überzeugen, indem man von Radziwie aus und über die
Weichselbrücke in das Stadtzentrum fährt. Die sehr alte Stadt, voll
von schönen Denkmalern, erhebt sich auf einer wunderschönen, fast
50 Meter hohen Böschung. welche die masowische Ebene überragt. Das
über 1000 Jährige Plock ist die älteste Stadt Masowiens und eine
der ältesten Polens. Um die Wende des XI. zum XII. Jahrhundert befand
sich, wie der aus dem Mittelalter stammende Chronist Gall Anonym
anmerkt, gerade hier auf der Weichselböschung die Residenz der polnischen
Herrscher und Plock selbst erfüllte die Aufgaben einer Hauptstadt.
Plock liegt im Herzen Polens, 120 km nordwestlich von Warschau,
dort wo sich wichtige Verkehrswege kreuzen. Die Weichsel war früher
die wichtigste Verkehrsader, die den Suden mit den Hafen an der
Ostseeverband. Auch heute noch können wir Barken, Schiffe und Boote
auf dem Fluß sehen. In Plock befinden sich sowohl eine Werft, als
auch ein Binnenschifffahrtshafen und Anlegeplätze für Ruderboote.
Erbe
1000jähriger Geschichte
"Ihr wisst nicht, wie dort die Glocken lauten, die alten Glocken
in der stillen Dämmerstunde"
- so schrieb Wladyslaw Broniewski in seinem Gedicht unter
dem Titel "Vaterstadt". Plock - Polens Altersgenosse ist schön und
gleichzeitig geheimnisvoll.
An seine glanzvolle Vergangenheit erinnern die Baudenkmäler aus
verschiedenen Epochen. Auf der Weichselböschung hat jeder Ort, sogar
der unscheinbarste, seine eigene, schon bekannte oder noch von den
Forschern zu entdeckende  Geschichte.
Schon im frühen Mittelalter gab es hier ein Zentrum heidnischen
Kultes und die ältesten von Archäologen entdeckten Siedlungsspuren
stammen aus dem X. Jahrhundert v.u.Z. Wie es sich für eine Stadt
mit tausendjähriger Tradition gehört, ist Plock Sitz vieler Kulturstätten
und Institutionen, die Schätze vergangener Jahrhunderte sammeln
und sie den Zeitgenossen zugänglich machen.
Unter den Denkmälern der ältesten Masowischen Stadt sind besonders
bemerkenswert :
Die Plocker Kathedrale - 
im XVI. Jh. auf dem Grundriss einer romanischen Kirche im Spätrenaissancestil
von italienischen Baumeistern gebaut - später "gereinigt" von zahlreichen
späteren Umbauten in den ersten Jahren unseres Jahrhunderts. Im
Innenraum befinden sich wahre Schätze, u.a. der Altar unserer heiligen
Jungfrau Maria aus dem XVII. Jh. Marmorgrabmäler aus dem XVI. Und
XVII. Jh., Epitaphen, e ine Kopie der bekannten bronzenen Plocker
Tür, oder der Sarkophag mit der Asche von Wladystaw Herman und
Boleslaw Krzywousty in der Königskapelle.
Das Masowische Museum, das
in den Überresten der früheren Benediktinerabtei des Heiligen
Wojciech und des Schlosses der Masowischen Fürsten seinen Sitz
hat. Aus den ältesten Zeiten haben sich erhalten: Fundamente einer
Rotunde aus der Zeit des Boleslaw Chrobry und ein Palatium aus
der Zeit des Wladyslaw Herman, ein Eckstück der spätgotischen
Kirche des Heiligen Wojciech, die Adelsbastei und der Uhrturm.
Im 1821 gegründeten Museum befinden sich u.a. Sammlungen zur Geschichte
Masowiens und eine der reichsten Sammlungen von Jugendstilkunst.
Die Pfarrkirche des Heiligen Bartlomiej - im Jahre 1356
geweiht, zweimal umgebaut verbirgt in ihrem Innern Epitaphyen
und Tafeln aus dem XVI. und XVII. Jh., und den aus der Kirche
des Heiligen Wojciech verlegten Altar.
Der sehr schön restaurierte Komplex des Kanonikats, d.h. des
Jetzigen Sitzes der Plocker Bischöfe und des Sitzes der Plocker
Wissenschaftlichen Gesellschaft.
Eine reformierte Kirche aus dem Spätbarock - gebaut in den
Jahren 1758 -1771 - mit schöner Innenarchitektur und Ausstattung.
Das Diözesanmuseum präsentiert wertvolle Sammlungen sakraler
Bildhauerkunst, ritterliche Skapuliere und Ringkragen, alte Münzen,
Malerei und als älteste, unschätzbar wertvolle Exponate: Kelch
und Hostienteller, 1239 gestiftet vom Fürsten Konrad Mazowiecki,
und die Herme des Heiligen Zygmunt.
Der
frühere Palast der Plocker Bischöfe gebaut um 1600, später
im klassizistischen Stil umgebaut, heute Gerichtssitz und Sitz
der Staatsanwaltschaft.
Das Malachowski - Gymnasium - früher Stiftskirche des Heiligen
Michael und heute Sitz der ältesten polnischen Schule, die ununterbrochen
seit dem Jahre 1180 tätig ist.
Ein Speicher aus dem XIX. Jh. - in dem die ethnographische
Abteilung des Masovischen Museums regionale Kleidung, Möbel und
Geräte sowie Sammlungen von Werken der Volkskünstler ausstellt.
Der
Kloster - Kathedrale - Komplex der Mariaviten - im neugotischen
Stil gebaut in den Jahren 1911 -13 Hauptsitz der Altkatholischen
Kirche der Mariaviten in Polen.
Die Einwohner der Stadt und die sie besuchenden Gäste können
ein reiches Angebot nutzen und zwischen den Aktivitäten solcher
Institutionen auswählen wie : Kulturhäusern, Klubs, Bibliotheken,
Kulturgesellschaften, dem Jerzy-Szaniawski-Dramatischen Theater
(im Laufe von 23 Jahren gab es über 200 Premieren), dem Plocker
Sinfonieorchester, Kunstgalerien und Museen,
dem
im Jahre 1996 eingeweihten Darmstadt
Haus in Erinnerung an E.T.A. Hoffmann (Zentrum der Zusammenarbeit
mit den Plocker Partnerstädten: Darmstadt in Deutschland, Fort
Wayne in den USA, Forli in Italien, Mazeikiai in Litauen, Nowopolock
in Weißrußland und seit kurzem Auxerre in Frankreich). Die Stadt
hatte seit Jahren das Glück, kreative und leidenschaftliche Menschen
zu gewinnen, dank deren auch heute die Glanzzeiten vieler dieser
Einrichtungen mit nicht geringem Erfolg andauern. Zu derartigen
Institutionen gehört besonders auch Polens älteste wissenschaftliche
Gesellschaft, die "Plocker Wissenschaftliche Gesellschaft"
(gegründet 1820) mit der Zielinski- Bibliothek. In den Sammlungen
der Bibliothek, die über 270 000 Bände zählt, kann man wahre Raritäten
finden, u.a. 88 Inkunabeln und die in Polen einzige Graphiksammlung
von Goyas "Caprichos". Seit 1900 ist die Plocker
Musikalische Gesellschaft tätig, viel jünger sind die Gesellschaft
der Theaterfreunde und die Plocker Fotogesellschaft. Viele spektakuläre
Errungenschaften gehen auf die Rechnung der Musik-, Folklore-,
Tanz- und Gesangsensembles, u.a. der Tanz- und Gesangsensembles
der Pfadfinder "Dzieci Plocka" (gegründet vorüber 50 Jahren von
dem Pfadfinder Waclaw Milke), "Plock", "Petrolinki", "Mazurzy
Ziemi Plockiej", der Studentengruppe "Masovia", des Kammerchors
und des Tanz- und Gesangsensembles. "Wisla". Die Mehrheit von
ihnen entstand und arbeitet bis heute unter der Ägide von fünf
ungewöhnlich aktiven Plocker Kulturhäusern: dem Kulturhaus (in
dem es auch ein Jazzcafe gibt), dem Jugend-Kulturhaus, dem Genossenschaftskulturhaus,
dem Woiwodschaftskulturhaus und dem
Haus der Technik. Sie bieten die Teilnahme an zahlreichen und
thematisch verschiedenen Workshops an. Eine ungewöhnliche Attraktion
für Touristen sind die reichsten Sammlungen des Landes im Bereich
des Jugendstils, ausgestellt im Masowischen Museum, sowie auch
die Sammlungen des Diözesanmuseums, in dem u.a. unschätzbare Kunstwerke
aus dem Domschatz aufbewahrt sind. Im altertümlichen Speicher,
dem Sitz der ethnographischen Abteilung des Masovischen Museums,
wurde eine feste Ausstellung von Dorfgeräten, dörflicher Kleidung
und von Werken der Volkskünstler eingerichtet. Auf die Freunde
der plastischen Kunst warten interessante Ausstellungen in der
Plocker Kunstgalerie und in der privaten Galerie "Art". Auf der
malerisch in die Weichselböschung - in Form eines Amphitheaters
- hineingebauten Freilichtbühne, wie auch auf dem ganzen Tumska
- Hügel, im Hof und in den Sälen des Schlosses der Masowischen
Fürsten und auf den Straßen der Altstadt finden viele Freilichtveranstaltungen
statt. Besonderen Interesses erfreuen sich die
Juni-"Tage der Geschichte von Plock" mit farbenfrohe n
Festspielen und Ritterwettkämpfen ,
und auch die an die Volkstradition anknüpfenden "Wianki", die
während der Johannisnacht organisiert werden. Der Kalender regelmäßig
in ganz Polen stattfindender Kulturveranstaltungen umfaßt u.a.
auch den Frühlingsvortragswettbewerb in Erinnerung an Wladyslaw
Broniewski, die Präsentation alternativer Theater
"Morf" (Mai), der Wettbewerb der Kindertheater
"Heca" (Juni), die Poesieworkshops "Um das Eichenblatt"
und "Herbstchrysantheme" (November), der Klavierwettbewerb
für Nachwuchspianisten in Erinnerung an I. Stefanski, wofür
eine hervorragende Pianistin und Pädagogin - Prof. Halina Czerny
-Stefanska - gesorgt hat, das "Plocker Weihnachtsliedersingen"
(Dezember) und das Festival Einstimmiger Musik in der einmaligen
Atmosphäre der Kathedrale. Plock bietet seinen Einwohnern und
auch den zugereisten Gästen ausgezeichnete Bedingungen zur aktiven
Erholung und Rekreation. Die Liebhaber des sportlichen Lebensstils
haben zur Verfügung u.a.: drei Sportplätze, zwei Hallenbäder,
professionelle Tennisplätze, mehrere Sportbootanleger, den Sportflughafen
des Aeroklubs Masoviens. Im nahe liegenden Lack befindet sich
ein bekanntes Gestüt, bei dem ein Reitzentrum entstand. Unter
den über 40 Klubs und Sportvereinen existiert am längsten die
Plocker Rudergesellschaft "Budowlani", gegründet 1882, Jetzt Olympia-Zentrum.
Die auf dem Sportplatz ZKS "Petrochemie Plock" stattfindenden
Fußballwettkämpfe besuchen viele Zuschauer; Erfolge hatten auch
die Handballspieler von "Petrochemie", die 1998 zum vierten Male
hintereinander den polnischen Handballpokal gewonnen haben. Die
Wassersportler treffen sich Jedes Jahr zur Segelregatta um den
"Heidepokal" bzw. den "Herbstpokal", die vom Stadtpräsidenten
von Plock gestiftet wurden. Der Kalender ständig stattfindender
Sportveranstaltungen umfaßt auch Schwimmwettkämpfe, Radrennen,
den "Tumska - Lauf", Federballwettkämpfe, Tischtennis, Handball,
und auch die bedeutenden Internationalen polnischen Tennismeisterschaften
für Behinderte, das Internationale Schachturnier - "Tumska - Turm",
zu dem im April ausgezeichnete Vertreter dieser besonderen Sportdisziplin
nach Plock kommen, die polnischen Ruderpokalwettkämpfe und das
Internationale Plocker Handballturnier für Mädchen und Jungen.

Sehr populär bei den Einwohnern der Stadt und ihren Gästen ist
der städtische Tierpark, gegründet 1951, in dem 3300 Tiere aus
430 Gattungen leben.
Der zoologische Garten spezialisiert sich auf die Zucht
von Lurchen und Kriechtieren, wobei der Bestand
an Giftschlangen zu dem größten in Polen gehört.
Alle Informationen mit freundlicher Unterstützung des Amtes für
Promotion und Information der Stadt bei der Stadtverwaltung Plock.
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