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   Mittwoch, 10 März, 2010
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Sehenswertes in Hajnowka
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Kreis Hajnowka

Auf dem Gebiet des Kreises Hajnowka wie auch in der ganzen Bialystoker Region bestehen seit Jahrhunderten nebeneinander verschiedene Nationalitäten und Religionen. Hier leben miteinander in Harmonie Polen, Weißrussen, Ukrainer; Katholiken, Orthodoxe und Angehörige anderer Konfessionen. Das Zusammenleben unterschiedlicher Nationalitäten, Kulturen und Religionen findet auch seinen Ausdruck in der Architektur der Region, in der Volkstradition und in den Mundarten. Sie werden hier emporstrebende Kirchentürme und gewölbte Kuppeln der orthodoxen Kirchen mit sechsarmigen Kreuzen sehen. Sie werden von alten hölzernen, manchmal mit hölzernen Ornamenten gezierten Bauernhäusern bezaubert und vom Anblick eines Storchnestes auf der Scheune berührt. Die wunderschöne Landschaft und der Reichtum der Natur im Urwald von Bialowieza wird ihre Augen und Seele freuen und zur Reflexion bringen. Das alles macht DEN UNVERGEßLICHEN CHARME DER REGION HAJNOWKA AUS.

Der Kreis Hajnowka liegt im südöstlichen Teil der Podlassischen Woiwodschaft, der "die grüne Lunge Polens" genannt wird. Das Gebiet gehört zu den ökologisch gesündesten in Polen und ist außergewöhnlich malerisch. In zwei Städten Hajnowka und Kleszczele und in 242 Dörfern leben insgesamt 54000 Einwohner. Auf der Fläche von 1624 km befinden sich neun Gemeinden: Die Stadtgemeinde Hajnowka, die Gemeinde Kleszczele und die Landgemeinden Bialowieza, Czeremcha, Czyze, Dubicze Cerkiewne, Hajnowka, Narew, Narewka. Alle Gemeinden sind Mitglieder des Gemeindeverbands Puszcza Bialowieska. Das Herz des Kreises ist der Urwald von Bialowieza - eines der wertvollsten Waldgebiete in Europa. Die Fläche des Urwaldes umfasst ein Drittel der Gesamtfläche des Kreises. Der Urwald mit Nationalpark, der zahlreiche Naturschutzgebiete und Naturdenkmäler umfasst, mit den in die tiefsten Urwaldwinkel führenden Touristenwegen und Lehrpfaden, mit mitten im Wald gelegenen Ortschaften und mit einer Schmalspurbahn ist eine bedeutende Attraktion der Region. Angrenzend an den Urwald gibt es attraktive Erholungsgebiete mit den malerischen Stauseen "Siemianowka" und "Bachmaty" und wunderschöne ursprüngliche Täler der Flüsse Narew und Narewka. Alle, die hier die reine Luft atmen wollen und Ruhe, Nähe zur Natur und malerische Gebiete für Wanderungen und Radtouren suchen, werden hier auf ihre Kosten kommen. Sie werden hier von den Einheimischen mit Freundlichkeit und Warmherzigkeit empfangen, und jeder findet hier bestimmt etwas Interessantes für sich.

DER URWALD VON BIALOWIEZA
Der Urwald von Bialowieza - das Relikt eines einst riesigen Urwaldes, der mit seinen Armen die heutige russische Tundra mit den Steppen am Schwarzen Meer und die Ostsee mit dem Mittelmeer verband. Das Besondere am Urwald von Bialowieza im Vergleich zu den anderen Wäldern in Polen und Europa ist:

  • ein hoher Natürlichkeitsgrad, die weite Ausdehnung des Waldkomplexes und das Vorkommen der großen Walddichte;
  • große Fläche an reichhaltigem altem natürlichem Baumbestand mit hohem Anteil der Baumdenkmäler;
  • ein großes Vorkommen der in Natur lebenden Säugetiere: Wisente, Hirsche, Elche, Rehe, Wildschweine, Wölfe, Luchse;
eine reichhaltige Flora und Fauna.
Heutzutage umfaßt der Urwald auf dem Gebiet Polens etwa 65 000 ha. 10 500 ha davon nimmt der Nationalpark von Bialowieza ein. Der übrige Teil ist der bewirtschaftete Forst, der in Obhut des Landschaftsschutzgebietes "Puszcza Bialowieska" steht (das Gebiet von drei Oberförstereien: Bialowieza, Browsk, Hajnowka).


DER NATIONALPARK VON BIALOWIEZATarpanartige Pferde (Fot. J. Schabowski)

Der Nationalpark von Bialowieza liegt im zentralen Teil des Urwaldes an der Grenze zu Weißrußland. Die Fläche des Parks beträgt 10501, 95 ha, wovon 4747 ha unter Naturschutz stehen. Für den Anfang des Nationalparks hält man die am 29. Dezember 1921 gegründete Försterei "Rezerwat"; die weiteren Etappen sind: 1924 - die Gründung der Oberförsterei "Rezerwat", 1932 - die Gründung eines Nationalparks in Bialowieza, 1947 - die Restitution des Parks unter dem bis heute geltenden Namen Nationalpark von Bialowieza. Es ist beachtenswert, dass schon die Försterei "Rezerwat" der heute international geltenden Definition für Nationalparks entsprach. Der Nationalpark von Bialowieza ist der älteste Nationalpark in Polen.

1977 erhielt der Park den Status Biosphäre - Weltreservat, 1979 wurde er auf die UNESCO-Liste der Weltkulturerben eingetragen. Im Dezember 1992 erweiterte die Unesco die Grenzen des Weltkulturdenkmals um den an den Park angrenzenden und unter Naturschutz stehenden Teil des Weißrussischen Parks "Bialowiezskaja Puszcza". Auf diese Weise ist eines von sieben in der Welt und eines von drei in Europa grenzüberschreitenden, Weltkulturerben entstanden. Das alte Landhaus von 1845, der Sitz des Naturkundlichen Bildungszentrums des Nationalparks von Bialowieza (Fot. M. Buszko)
1996 wurde der 5155 ha große Schutzbereich Hwozna an den Nationalpark angeschlossen. Zuletzt 1997 wurde der Nationalpark von Bialowieza als der erste in Polen mit dem Europadiplom ausgezeichnet. Das Wahrzeichen des Urwaldes und des Nationalparks von Bialowieza - der Wisent, das größte in Europa lebende Tier, wurde während des 1. Weltkrieges ausgerottet. Seit 1929 begann man die Tiere wieder zu beheimaten, indem man in zoologischen Gärten am Leben gebliebene Tiere nach Bialowieza brachte. Nach vielen Jahren der Tieraufzucht ließ man 1952 die ersten Wisente frei im Wald laufen. Zur Zeit gibt es in dem Nationalpark und in den bewirtschafteten Wäldern insgesamt 250 Wisente.

Im Naturschutzgebiet ist die Waldabholzung strengstens verboten da es sich hierbei um einen Totalreservat handelt , dadurch erreichen die Bäume ein hohes Alter und eine sonst selten anzutreffende Höhe. Die höchsten sind Fichten mit über 50 Metern Höhe, Eschen und kleinblättrige Linden mit 43 Metern Höhe und einem Durchmesser von etwa 2 Metern auf der Brusthöhe. Die bis 550 Jahre alten Eichen sind bis zu 42 Meter hoch und ebenfalls 2 Meter dick im Durchmesser. Die Touristen dürfen das Naturschutzgebiet ausschließlich mit Lizenzführern besichtigen und grundsätzlich nur zu Fuß in 25-köpfigen Gruppen. Es besteht auch die Möglichkeit, die Erlaubnis für eine Rad- oder Fuhrwerkdurchfahrt zu erhalten. Die Parkobjekte sind für die Besucher das ganze Jahr hindurch zugänglich. Jede Jahreszeit dort ist schön: Im Frühling blühen die Blumenwiesen, im Sommer kann man im Schatten des üppigen Grüns ausruhen, im Herbst bewundert man den Reichtum der Blätterfarben und im Winter sieht man überall den mit weißer Schneedecke bedeckten Wald.

WALDPROMOTIONSKOMPLEX "Puszcza Bialowieska'

Das Waldpromotionskomplex "Puszcza Bialowieska" wurde als das erste in Polen 1994 auf dem Gebiet von drei Oberförstereien Bialowieza, Browsk und Hajnowka ins Leben gerufen. Seine Hauptaufgabe ist der Naturschutz, der als Steuerung der Biosphärennutzung verstanden wird. Die Steuerung gewährt heute einen möglichst großen Nutzen und die Bewahrung des Naturpotentials für die nächsten Generationen. Ein Eichendenkmal unter der Schneedecke (Fot. Cz. Okolow)

Eine relativ neue Aufgabe der Oberförsterei ist die Bildungstätigkeit im Bereich Forstwesen und Naturkunde. Hierfür stehen zur Verfügung:Touristen im Urwald vom Bialowieza (Fot. M. Buszko)

  • die Informationsstelle "Parking Zwierzyniec" in der Oberförsterei Hajnowka,
  • Bildungsstätten: Forstwesenbildungszentrum "Jagiellonskie" in der Oberförsterei Bialowieza, Waldkammer in der Oberförsterei Browsk,
  • Lehrpfade:

In der Oberförsterei Hajnowka:
"Pfadfinderhügel" ist am Rande der Stadt Hajnowka gelegen und führt durch den Wladystaw - Szafer-Naturschutzpark. Die auf dem Pfad dargestellten Inhalte ermöglichen die sog. "Grüne Schule" zu veranstalten. Länge 4 km.

"Mit der Schmalspurbahn von Hajnowka nach Topilo"Die Schmalspurbahn (Fot. M. Taradejna) - ist eine der größten Urwaldattraktionen. In den kleinen Wagen der Schmalspurbahn fährt man durch das jungfräuliche Waldesdickicht. Die 11 km lange Strecke führt zu den Waldteichen in Topilo, wo man gut ausruhen und die wunderschöne Landschaft bewundern kann. Angeln oder am Lagerfeuer Zeit zu verbringen, können zusätzliche Attraktionen sein. Für diejenigen, die dort länger bleiben wollen, bietet der Ort ein Gasthaus mit zwölf Gästezimmern an.

"Waldbesonderheiten" - ein Lehrpfad, der die wichtigsten Waldbestandteile zeigt. Er liegt in Topilo an der Endstation der Schmalspurbahn.

In der Oberförsterei Bialowieza:
"Weg der Königlichen Eichen" - 500 Meter lang - liegt in dem Teil des Urwaldes, in dem Jahrhunderte alte Eichen wachsen. Jede dieser Eichen trägt den Namen eines polnischen Königs oder eines litauischen Fürsten.

"Wisentrippen" führt durch sumpfiges Urwaldgebiet. Die Touristen können sich nur auf den speziell angelegten Stegen bewegen. Länge 3 km.

Der Zeltplatz in Swinoroje, ein Ausgangspunkt des Lehrpfads "Pod Debami" (Fot. W. Pacewicz)"Die Urwaldlandschaft" ist für die sog. "Grüne Schule" geeignet. Es werden hier nach den verschiedenen Lebens- und Arbeitsweisen des Menschen im Urwald überbliebenen Gegenstandsrelikte dargestellt. Ebenso werden die Schwierigkeiten, die die Waldbewirtschaftung bereitet, und die von den Förstern vorgenommenen Lösungen gezeigt. Länge 5 km.

"Machtort" - befindet sich in der Försterei Suche. Angeblich war das im Mittelalter ein Kultrot der mittelalterlichen Stämme. Länge: 5,5 km.

In der Oberförsterei Browsk:

"Unter den Eichen" befindet sich in Swinoroje. Der Pfad wurde vor allem für Bildungszwecke im Bereich Naturschutz und Forstwesen gedacht. Länge 9 km.

Honigpilze (Fot. W. Zawadzki)Das Waldesdickicht kann zu einer unblutigen Jagd mit der Kamera oder dem Fotoapparat einladen. Für Angelfreunde werden der Stausee in Siemianowka und die Waldteiche in Topilo zweifellos eine Attraktion sein. Der Urwald ist auch ein Paradies für Pilz-und Waldfrüchtesammler. Jede von den oben beschriebenen Ortschaften verfügt über zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten.