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Kreis Hajnowka

Auf dem Gebiet des Kreises Hajnowka wie auch in der ganzen Bialystoker
Region bestehen seit Jahrhunderten nebeneinander verschiedene
Nationalitäten und Religionen. Hier leben miteinander in Harmonie
Polen, Weißrussen, Ukrainer; Katholiken, Orthodoxe und Angehörige
anderer Konfessionen. Das Zusammenleben unterschiedlicher Nationalitäten,
Kulturen und Religionen findet auch seinen Ausdruck in der Architektur
der Region, in der Volkstradition und in den Mundarten. Sie werden
hier emporstrebende Kirchentürme und gewölbte Kuppeln der orthodoxen
Kirchen mit sechsarmigen Kreuzen sehen. Sie werden von alten hölzernen,
manchmal mit hölzernen Ornamenten gezierten Bauernhäusern bezaubert
und vom Anblick eines Storchnestes auf der Scheune berührt. Die
wunderschöne Landschaft und der Reichtum der Natur im Urwald von
Bialowieza wird ihre Augen und Seele freuen und zur Reflexion bringen.
Das alles macht DEN UNVERGEßLICHEN CHARME DER REGION HAJNOWKA
AUS.
Der Kreis Hajnowka liegt im südöstlichen Teil der Podlassischen
Woiwodschaft, der " die grüne Lunge Polens" genannt wird.
Das Gebiet gehört zu den ökologisch gesündesten in
Polen und ist außergewöhnlich malerisch. In zwei Städten
Hajnowka und Kleszczele und in 242 Dörfern leben insgesamt 54000
Einwohner. Auf der Fläche von 1624 km befinden sich neun Gemeinden:
Die Stadtgemeinde Hajnowka, die Gemeinde Kleszczele und die Landgemeinden
Bialowieza, Czeremcha, Czyze, Dubicze Cerkiewne, Hajnowka, Narew,
Narewka. Alle Gemeinden sind Mitglieder des Gemeindeverbands Puszcza
Bialowieska. Das Herz des Kreises ist der Urwald von Bialowieza
- eines der wertvollsten Waldgebiete in Europa. Die Fläche des Urwaldes
umfasst ein Drittel der Gesamtfläche des Kreises. Der Urwald mit
Nationalpark, der zahlreiche Naturschutzgebiete und Naturdenkmäler
umfasst, mit den in die tiefsten Urwaldwinkel führenden Touristenwegen
und Lehrpfaden, mit mitten im Wald gelegenen Ortschaften und mit
einer Schmalspurbahn ist eine bedeutende Attraktion der Region.
Angrenzend an den Urwald gibt es attraktive Erholungsgebiete mit
den malerischen Stauseen " Siemianowka" und " Bachmaty"
und wunderschöne ursprüngliche Täler der Flüsse Narew und Narewka.
Alle, die hier die reine Luft atmen wollen und Ruhe, Nähe zur Natur
und malerische Gebiete für Wanderungen und Radtouren
suchen, werden hier auf ihre Kosten kommen. Sie werden hier von
den Einheimischen mit Freundlichkeit und Warmherzigkeit empfangen,
und jeder findet hier bestimmt etwas Interessantes für sich.
DER URWALD VON BIALOWIEZA
Der Urwald von Bialowieza - das Relikt eines einst riesigen Urwaldes,
der mit seinen Armen die heutige russische Tundra mit den Steppen
am Schwarzen Meer und die Ostsee mit dem Mittelmeer verband. Das
Besondere am Urwald von Bialowieza im Vergleich zu den anderen
Wäldern in Polen und Europa ist:
-
ein hoher Natürlichkeitsgrad,
die weite Ausdehnung des Waldkomplexes und das Vorkommen der
großen Walddichte;
-
große Fläche an reichhaltigem altem natürlichem
Baumbestand mit hohem Anteil der Baumdenkmäler;
-
ein großes Vorkommen der in Natur lebenden Säugetiere:
Wisente, Hirsche, Elche, Rehe, Wildschweine,
Wölfe, Luchse;
eine reichhaltige Flora und Fauna.
Heutzutage umfaßt der Urwald auf dem Gebiet Polens etwa 65 000 ha.
10 500 ha davon nimmt der Nationalpark von Bialowieza ein. Der übrige
Teil ist der bewirtschaftete Forst, der in Obhut des Landschaftsschutzgebietes
"Puszcza Bialowieska" steht (das Gebiet von drei Oberförstereien:
Bialowieza, Browsk, Hajnowka).
DER NATIONALPARK VON BIALOWIEZA
Der Nationalpark von Bialowieza liegt im zentralen Teil des
Urwaldes an der Grenze zu Weißrußland. Die Fläche des Parks beträgt
10501, 95 ha, wovon 4747 ha unter Naturschutz stehen. Für den Anfang
des Nationalparks hält man die am 29. Dezember 1921 gegründete Försterei
"Rezerwat"; die weiteren Etappen sind: 1924 - die Gründung der Oberförsterei
"Rezerwat", 1932 - die Gründung eines Nationalparks in Bialowieza,
1947 - die Restitution des Parks unter dem bis heute geltenden Namen
Nationalpark von Bialowieza. Es ist beachtenswert, dass schon die
Försterei "Rezerwat" der heute international geltenden Definition
für Nationalparks entsprach. Der Nationalpark von Bialowieza ist der
älteste Nationalpark in Polen.
1977 erhielt der Park den Status Biosphäre - Weltreservat,
1979 wurde er auf die UNESCO-Liste der Weltkulturerben
eingetragen. Im Dezember 1992 erweiterte die Unesco die Grenzen
des Weltkulturdenkmals um den an den Park angrenzenden und unter Naturschutz
stehenden Teil des Weißrussischen Parks "Bialowiezskaja Puszcza".
Auf diese Weise ist eines von sieben in der Welt und eines von drei
in Europa grenzüberschreitenden, Weltkulturerben entstanden. 
1996 wurde der 5155 ha große Schutzbereich Hwozna an den Nationalpark
angeschlossen. Zuletzt 1997 wurde der Nationalpark von Bialowieza
als der erste in Polen mit dem Europadiplom ausgezeichnet. Das Wahrzeichen
des Urwaldes und des Nationalparks von Bialowieza - der Wisent, das
größte in Europa lebende Tier, wurde während des 1. Weltkrieges ausgerottet.
Seit 1929 begann man die Tiere wieder zu beheimaten, indem man in
zoologischen Gärten am Leben gebliebene Tiere nach Bialowieza brachte.
Nach vielen Jahren der Tieraufzucht ließ man 1952 die ersten Wisente
frei im Wald laufen. Zur Zeit gibt es in dem Nationalpark und in den
bewirtschafteten Wäldern insgesamt 250 Wisente.
Im Naturschutzgebiet ist die Waldabholzung strengstens verboten
da es sich hierbei um einen Totalreservat handelt , dadurch
erreichen die Bäume ein hohes Alter und eine sonst selten anzutreffende
Höhe. Die höchsten sind Fichten mit über 50 Metern Höhe,
Eschen und kleinblättrige Linden mit 43 Metern Höhe
und einem Durchmesser von etwa 2 Metern auf der Brusthöhe.
Die bis 550 Jahre alten Eichen sind bis zu 42 Meter
hoch und ebenfalls 2 Meter dick im Durchmesser. Die Touristen
dürfen das Naturschutzgebiet ausschließlich mit Lizenzführern besichtigen
und grundsätzlich nur zu Fuß in 25-köpfigen Gruppen. Es besteht auch
die Möglichkeit, die Erlaubnis für eine Rad- oder Fuhrwerkdurchfahrt
zu erhalten. Die Parkobjekte sind für die Besucher das ganze Jahr
hindurch zugänglich. Jede Jahreszeit dort ist schön:
Im Frühling blühen die Blumenwiesen, im Sommer kann man im Schatten
des üppigen Grüns ausruhen, im Herbst bewundert man den Reichtum der
Blätterfarben und im Winter sieht man überall den mit weißer Schneedecke
bedeckten Wald.
WALDPROMOTIONSKOMPLEX "Puszcza Bialowieska'
Das Waldpromotionskomplex "Puszcza Bialowieska" wurde als
das erste in Polen 1994 auf dem Gebiet von drei Oberförstereien
Bialowieza, Browsk und Hajnowka ins Leben gerufen. Seine Hauptaufgabe
ist der Naturschutz, der als Steuerung der Biosphärennutzung verstanden
wird. Die Steuerung gewährt heute einen möglichst großen Nutzen
und die Bewahrung des Naturpotentials für die nächsten Generationen.

Eine relativ neue Aufgabe der Oberförsterei ist die Bildungstätigkeit
im Bereich Forstwesen und Naturkunde. Hierfür stehen zur Verfügung:
- die Informationsstelle "Parking Zwierzyniec" in
der Oberförsterei Hajnowka,
- Bildungsstätten: Forstwesenbildungszentrum "Jagiellonskie"
in der Oberförsterei Bialowieza, Waldkammer in der Oberförsterei
Browsk,
- Lehrpfade:
In der Oberförsterei Hajnowka:
"Pfadfinderhügel" ist am Rande der Stadt Hajnowka gelegen
und führt durch den Wladystaw - Szafer-Naturschutzpark. Die auf
dem Pfad dargestellten Inhalte ermöglichen die sog. "Grüne Schule"
zu veranstalten. Länge 4 km.
"Mit der Schmalspurbahn von Hajnowka nach Topilo"
- ist eine der größten Urwaldattraktionen. In den kleinen Wagen
der Schmalspurbahn fährt man durch das jungfräuliche Waldesdickicht.
Die 11 km lange Strecke führt zu den Waldteichen in Topilo, wo man
gut ausruhen und die wunderschöne Landschaft bewundern kann. Angeln
oder am Lagerfeuer Zeit zu verbringen, können zusätzliche Attraktionen
sein. Für diejenigen, die dort länger bleiben wollen, bietet der
Ort ein Gasthaus mit zwölf Gästezimmern an.
"Waldbesonderheiten" - ein Lehrpfad, der die wichtigsten
Waldbestandteile zeigt. Er liegt in Topilo an der Endstation der
Schmalspurbahn.
In der Oberförsterei Bialowieza:
"Weg der Königlichen Eichen" - 500 Meter lang - liegt in
dem Teil des Urwaldes, in dem Jahrhunderte alte Eichen wachsen.
Jede dieser Eichen trägt den Namen eines polnischen Königs oder
eines litauischen Fürsten.
"Wisentrippen" führt durch sumpfiges Urwaldgebiet. Die Touristen
können sich nur auf den speziell angelegten Stegen bewegen. Länge
3 km.
"Die
Urwaldlandschaft" ist für die sog. "Grüne Schule" geeignet.
Es werden hier nach den verschiedenen Lebens- und Arbeitsweisen
des Menschen im Urwald überbliebenen Gegenstandsrelikte dargestellt.
Ebenso werden die Schwierigkeiten, die die Waldbewirtschaftung bereitet,
und die von den Förstern vorgenommenen Lösungen gezeigt. Länge 5
km.
"Machtort" - befindet sich in der Försterei Suche. Angeblich
war das im Mittelalter ein Kultrot der mittelalterlichen Stämme.
Länge: 5,5 km.
In der Oberförsterei Browsk:
"Unter den Eichen" befindet sich in Swinoroje. Der Pfad wurde vor
allem für Bildungszwecke im Bereich Naturschutz und Forstwesen gedacht.
Länge 9 km.
Das
Waldesdickicht kann zu einer unblutigen Jagd mit
der Kamera oder dem Fotoapparat einladen. Für Angelfreunde werden
der Stausee in Siemianowka und die Waldteiche in Topilo zweifellos
eine Attraktion sein. Der Urwald ist auch ein Paradies für
Pilz-und Waldfrüchtesammler. Jede von den oben beschriebenen Ortschaften
verfügt über zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten. |