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Das Riesengebirge (Karkonosze) ist der
höchste und bekannteste Teil des Sudetengebirges, das sich von den
Beskiden 300 km in nordwestliche Richtung erstreckt und die natürliche
Grenze zwischen Schlesien und Böhmen bildet. Das für sein rauhes,
sehr wechselhaftes Klima bekannte Riesengebirge, das überwiegend aus
Granitfels besteht, hat die höchsten Gipfel auf der polnischen Seite;
seine unteren Hänge sind dicht mit Tannen, Buchen, Birken und Kiefern
bewachsen, die aber alle vom Waldsterben bedroht sind. Auf einer Höhe
von rund 1100 m geht die Vegetation in zwergwüchsige Bergkiefern und
andere Hochgebirgspflanzen über, Oberhalb von 1350 m sehen die Gipfel
für diesen Teil Europas ungewöhnlich kahl aus.
Dieses vorwiegend als Wandergebiet bekannte Gelände machte früher
dem Schwarzwald als Deutschlands beliebtester Landschaft Konkurrenz.
Der Gebirgszug mit dem sich ungewöhnlich schnell verändernden Wetter
und den oft im Nebel verborgenen Gipfeln inspirierte die deutschen
Romantiker Er wurde, eindringlich festgehaIten von dem Maler Caspar
David Friedrich. In vielen Orten wird noch Deutsch gesprochen. Zudem
ist das Gebiet ein beliebtes Reiseziel für, deutsche Touristen geworden.
Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus haben sich die für die Arbeiter
geschaffenen Ferienheime, geleert, und der Zustrom aus anderen osteuropäischen
Ländern hat sich verringert, nachdem sich auch dort das Prinzip Reisefreiheit
durchgesetzt hat.
Die oberen Regionen des Riesengebirges, sind ein Nationalpark. Kurz,
vor seinen Grenzen liegen zwei wachsende Urlaubsorte Schreiberhau
(Szklarska Poreba) und Krummhübel
(Karpacz), die sich als Ausgangspunkte für eine Wanderung
durch das Gebirge am besten eignen, auch wenn sich Hirschberg (Jelenia
Gora) und seine Vororte als durchaus annehmbare Alternativen anbieten.
Da das ganze Gebiet verhältnismäßig kompakt ist - die Gesamtlänge
des Karkonosze-Gebirges beträgt knapp 37 km - und das öffentliche,
Verkehrsnetz gut ausgebaut ist, braucht man kaum mehr als einen Stützpunkt.
Wandern im Nationalpark Die in Kiosken und Reisebüros erhältliche
Karte des Nationalparks (Maßstab 1:30.000) ist unverzichtbar, wenn
man Wanderungen unternehmen will. Darauf sind alle Wege und Aussichtspunkte
verzeichnet. Besondere Vorsicht sollte der Besucher bei einem Besuch
im Winter walten lassen, wenn auch Rettungsteams mit Bernhardinerhunden
durch das Gebiet patrouillieren, denn viele Pfade sind monatelang
unbegehbar und gefährlich. Auf der Karte sind alle lawinengefährdeten
Stellen eingezeichnet. Zu jeder Jahreszeit muß man in der Gegend mit
extremen Wetterumstürzen rechnen. Die dort herrschende durchschnittliche
Jahrestemperatur bewegt sich um den Gefrierpunkt. Deshalb braucht
man sogar an einem Sommertag warme Bekleidung. An 300 Tagen im Jahr
ist es neblig, deshalb muß man sich stets an die markierten Pfade
halten und gegebenenfalls in einem der Unterstände einkehren, die
großzügig über das ganze Gebiet verteilt sind. Viele Pfade überqueren
die Grenze zur Tschechischen Republik. Im allgemeinen sind hier Grenzwächter
stationiert, auf jeden Fall sollte man der Versuchung widerstehen,
die Grenze zu überschreiten, denn das ist illegal; die Schilder sind
eindeutig genug, so daß sich niemand mit mangelnden Sprachkenntnissen
entschuldigen kann. |
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