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Die Stadt Zamosc
Als
in den 7O-ger Jahren des 16. Jhs. der Feldherr und der große Krankanzler
Jan Zamayski den Entschluss über den Bau der Stadt gefasst hatte,
dachte bestimmt nicht daran, dass sie vier Jahrhunderte später als
eine der wertvollsten städtebaulichen Ensembles Europas und der
Welt anerkannt werden wird. Der Gründungsakt der Stadt Zamosc hat
Jan Zamoyski am 10. April 1580 ausgegeben. Die Stadt sollte der
Familiensitz des Feldherrn, die die Grenzen der Republik Polen schützende
Festung sein, zugleich ein wichtiger Kultur- und Wissenschaftsmittelpunkt.
Den Entwurf dieser Stadt hat Zamoyski dem italienischen Architekten
Bernardo Morando beauftragt. Für den Bau der Stadt hat man eine
gut zur Abwehr geeignete Stelle im Zusammenfluss von zwei Flüssen
Wieprzec und Kalinowica ausgesucht.
Morando hat mit den modernen Bastionsbefestigungen umgebene Stadt
entworfen. Es haben in die Stadt drei Tore geführt, und das leben
hat sich auf den drei Märkten konzentriert: auf dem Großen Markplatz,
Wassermarkt, Salzmarkt. Zamosc war an der Kreuzung der wichtigen
Kommunikationswege gelegen, die aus Kiev nach Danzig, und aus Vilna
nach Krakau geführt haben. Weil der über die Entwicklung der Stadt
entscheidende Faktor der Handel war, hat der Stifter die Lokalisationsprivilegien
für die traditionell betreibenden Handel Kaufleute vor allem Griechen,
Armenier und Juden ausgegeben. Die Stadt hat das Stapelrecht bekommen,
die Durchführung der wöchentlichen Jahrmärkte und drei Jahrmärkte
im Jahre, sowie die Befreiung von Steuern, Zoll und Maut. Das alles
hat der Stadt eine dynamische Entwicklung gesichert. Schon im Jahre
1590, also 11 Jahre nach dem Baubeginn hatte die Stadt 216 Häuser
und nur 26 nichtbebaute Grundstürke. In den weiteren Jahren sind
Akademie von Zamosc, zahlreiche Kirchen erbaut worden, man hatte
die Arbeiten an den Befestigungen abgeschlossen. Sie haben sich
so erfolgreich erwiesen, dass Zamosc als Festung nie von den fremden
Heeren erobert wurde. 
Im 17. Jh. war Zamosc nicht nur die große Festung, aber auch ein
wichtiges Wissenschaft- und Kulturzentrum. Nachdem Polen die Abhängigkeil
verloren halle, befand sich Zamosc in der österreichischen, später
in der russischen Besatzung. Im Jahre 1866 wurde die Festung Zamosc
angesichts des Fortschrittes in der Kriegstechnik liquidiert, und
die Mehrheit der Fortifikationen wurde gesprengt. Bis zu unseren
Zeiten hat sich in fast unveränderten Form die von Morando geplante
Stadtbebauung und ihre wichtigsten Objekte erhallen. Dank diesen
Objekten wurde Zamosc als die dritte Stadt in Polen nach Krakau
und Warschau ins Verzeichnis des Weltkulturerbes von UNESCO eingetragen.
Somit befindet sich die Stadt unter den größten Errungenschaften
im Bereich der Architektur und des Städtebaus in der Menschheitsgeschichte.

Das heutige Zamosc zählt 70.000 Einwohner und ist der wichtigste
Wirtschafts- Kultur- und Hochschulmittelpunkt in der südlichen Lubliner
Region. Es wächst auch ständig seine Bedeutung auf der touristischen
Landkarte, und die die Stadt besuchenden Touristen sind immer herzlich
willkommen. Der Große Marktplatz ist das Herz und das Zentrum der
Altstadt. Hier kreuzen sich zwei Stadtachsen. Eine von ihnen verbindet
drei Märkte der Altstadt, die andere das Schloss der Familie Zamoyski
mit dem wichtigsten Fortifikationselement - der Bastion VII. Über
dem Marktplatz dominiert der 52-Meter hohe Turm des Rathauses von
Zamosc. Das Rathaus ist wie früher der Sitz der Stadtbehörden und
zugleich der meist charakteristische Bau der Stadt. lm Sommer zu
Mittag wird das Turmlied geblasen. Der
Trompeter spielt es in drei Himmelsrichtungen. Nach dem Westen,
in die Richtung von Krakau hat Jan Zamoyski verboten zu spielen,
weil er angeblich Krakau nicht gemocht hat, und sein Wille wird
bis heute honoriert. In den Bürgerhäusern des Großen Marktplatzes
haben die reichsten Kaufleute, Professoren der Akademie von Zamosc
gewohnt.
Heute ist der Marktplatz voll vom Leben. Eben hier vor der Rathaustreppe
finden Ende Juni -Anfang Juli die Aufführungen des Theatersommers
von Zamosc statt, und in der ganzen Sommersaison zahlreiche Konzerte
und Feste. Hier begrüßen die Einwohner von Zamosc und seine Gäste
das Neue Jahr. Der Dom von Zamosc ist das wertvollste Baudenkmal
der Stadt. Weil Jan Zamoyski ursprünglich beabsichtigte, dass die
Einwohner der Stadt ausschließlich Polen der katholischen Konfession
sein werden, hat er den Dom für 3000 Gläubige geplant, also für
so viele, wie viel Einwohner die Stadt zählen sollte. Der Dom beeindruckt
durch ausgesuchte Stückarbeiten im Stein, herrliche europäische
Malerei (Carlo Dolci) und polnische (Rafal Hadziewicz, Wojciech
Gerson) und zahlreiche Werke des Kunstgewerbes vom höchsten Niveau,
sie ergänzen das ganze Bild und stellen sie in die Reihe der herrlichsten
polnischen Kirchen.
Der Feldherr wollte, dass der Dom zugleich das Mausoleum des Geschlechts
Zamoyski wird. In seiner Krypta sind alle Majoratsherren begraben,
angefangen mit dem Stadtstifter und dem Schöpfer der Macht des Geschlechts,
dem Feldherrn und dem Kanzler Jan Zamoyski. Beim Stadtbummel lohnt
es sich die Aufmerksamkeit auf das wunderschöne Portal des Infulenhauses
zu lenken, und auf den Glockenturm hinaufzugehen, um die gewaltigen
Domglocken zu sehen, mit der größten, 4,3 Tonnen wiegenden "Jan",
und das Panorama der Stadt und ihrer Umgebung zu bewundern. Der Dom
war nicht die einzige Kirche in Zamosc. Schon im 17. Jh. haben hier
8 Tempeln funktioniert, 5 katholische Kirchen, jüdische Synagoge,
armenische Kirche und griechisch-orthodoxe Kirche. Bis zu dieser Zeit
sind die Franziskanerkirche, Reformaktenkirche und St. Nikolauskirche
in den Mauern der ehemaligen griechischen Kirche geblieben. 
Die die Stadt umgebenden gewaltigen Wehrmauer mit sieben Bastionen,
Wassergrabenanlagen, Stausee, Tore mit Zugbrücken haben aus Zamosc
eine Festung gemacht, die nicht zu erobern war. Die Kampftaufe hat
die Festung während der Belagerung durch die Armee von Bogdan Chmielnicki
im Jahre 1648 erlebt. Acht Jahre später als eine der wenigen in
Republik Polen hat die Festung die Angriffe der schwedischen Armee
abgewehrt, was Henryk Sienkiewicz bunt im Roman "Sintflut" beschrieben
hat. Zweimal hat sich noch in der Geschichte Polens die Festung
im 19. Jh. schön eingetragen. Zuerst nach der Napoleons Niederlage
bei Moskau war sie von der russischen Armee belagert. Um den Verteidigern
den Sold auszuzahlen, hat man die Kirchensilber in Münzen umgeprägt.
Erst nach der 9-monatigen Belagerung, als es in der Festung keine
Vorräte mehr gab, hat man die Kapitulationsakte unterzeichnet. Auch
während des Novemberaufstandes hat sich Zamosc erst nach der 8-monatigen
Belagerung ergeben als die letzte sich in den Händen der Aufstandskämpfern
befindende Festung. Das 19. Jh. ist die Zeit des intensiven Ausbaus
und Stärkung der Festung. Damals sind zahlreiche Bauten in ihrem
Vorfeld entstanden, die Rotunde, die Schanzenwerke. lm Jahre 1821
hat die zaristische Regierung Zamosc von den bisherigen Besitzern
abgekauft. lm Jahre 1866 im Zusammenhang mit dem technischen Fortschritt
in der Kriegskunst, hat man den Entschluss über die Liquidation
der Festung gefasst. Man hat ein Teil der Fortifikationen in die
Luft gesprengt. Viele Teile aber sind bis heute erhalten geblieben
und zeugen von der ehemaligen Macht.
Jede von den drei Museen in Zamosc hat seinen spezifischen Charakter.
Das Museum von Zamosc hat seinen Sitz in den armenischen Bürgerhäusern
auf dem Großen Marktplatz. Seine Sammlungen zeigen die Geschichte
von Zamosc und der Majorat von Zamosc, die Kulturerrungenschaften
der Stadt und der Region. Man kann hier den Stadtmodel sehen, aber
auch Werke der Volkskünstler und archäologische Funden aus der Umgebung.
Einen zusätzlichen Wert des Museums bildet sein Innere, wo einmal
die Wohnungen der Bürger von Zamosc waren, wo sich die Elemente
der damaligen Einrichtung erhalten haben. Das Uniform- und Waffenmuseum
" Arsenal " befindet sich im ehemaligen Zeughaus und ist der militärischer
Tradition der Stadt von der Entstehung bis zu heutigen Zeiten gewidmet.
Im Infulenhaus dicht am Dom befindet sich das Sakralmuseum.
Seine Sammlungen sind vor allem der Geschichte der Kirche gewidmet
und die Mehrheit der Exponate stammt aus der bisher den Besuchern
nicht zugänglichen Schatzkammer des Domes.
Um sich von den geschichtlichen Baudenkmälern zu erholen, lohnt
es sich in den ZOO zu gehen. Es ist eine große Attraktion, nicht
nur für die Kinder. Auf den 8 ha ca. ein Kilometer von der Altstadt
entfernt, kann man die Tiere aus der ganzen Welt sehen. Der mit
der 80-jährigen Tradition ZOO in Zamosc ist ein einziger an der
östlichen Seite von Weichsel. Im Sommer kann man sich am Stausee
abkühlen, im Freibad des Sport- und Rekreationsobjekts oder in der
Schwimmhalle. Man kann auch Tennis auf den Tennisplätzen des Klubs
"Return" oder des Campingplatzes "Duet" spielen. Es lohnt sich auch
den Spaziergang im Stadtpark zu machen, der auf ehemaligen Fortifikationsgebieten
angelegt wurde, und am Abend in die Altstadt zu gehen, wo die Beleuchtung
der Kirchen, des Rathauses und der Bürgerhäuser ein einmaliges Klima
der "Perle der Renaissance" schafft.
PRAKTISCHE INFORMATIONEN
Touristisches Information Zentrum für Touristeninformation in
Zamosc
ul. Rynek Wielki 13, ( Rathaus ) tel. (0-84) 6392292, tel/fax 6270813,
e-mail zoit@zamosc.um.gov.pl
Museen
Museum von Zamosc, ul. Ormianska 30, tel. (084) 638-64-94
Eintritt. Normal - 4 zl, Ermäßigung -2 zl
Uniform- und Waffenmuseum "Arsenal", ul. Zamkowa 2, tel. (084)
638-40-76
Eintritt. Normal - 4 zl, Ermäßigung -2 zl
Museum "Rotunda", ul. Meczennikow Rotundy - Eintritt frei
Galerie
Ausstellungsbüro -Galerie von Zamosc ul. Staszica 27, tel.
(084) 638-57-82,
Eintritt frei
Zoologischer Garten ul Szczebrzeska 8, tel. (084) 639-34-70
9.00 - 19.00Uhr Eintritt. Normal - 4 zl, Ermäßigung -2 zl
Sport und Rekreation
Tennisplätze,
ul Studzlenna, tel. (084) 639-58-25; ul. Krolwej Jadwigi 14, tel.
(084) 639-24-99
Schwimmhalle,
ul J. Zamoyskiego 62A tel. (0-84) 639-96-64, 638-92-25, tel/fax
(0-84) 638-92-24, (auch für behinderte)
Schwimmbad OSiR,
ul. Kr. Jadwigii 8, tel. (084) 638-60-11,
im Sommer Stausee bei Rotunde (bewachtes Freibad, Ausleihe von Wassergeräten)
Bewachte Parkplätze
ul. Sadowa, ul. Wyszynskiego 52
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