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   Donnerstag, 11 März, 2010
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Die Stadt Zamosc


Jan Zamoyski Sammlungen des Museums von Zamosc.Als in den 7O-ger Jahren des 16. Jhs. der Feldherr und der große Krankanzler Jan Zamayski den Entschluss über den Bau der Stadt gefasst hatte, dachte bestimmt nicht daran, dass sie vier Jahrhunderte später als eine der wertvollsten städtebaulichen Ensembles Europas und der Welt anerkannt werden wird. Der Gründungsakt der Stadt Zamosc hat Jan Zamoyski am 10. April 1580 ausgegeben. Die Stadt sollte der Familiensitz des Feldherrn, die die Grenzen der Republik Polen schützende Festung sein, zugleich ein wichtiger Kultur- und Wissenschaftsmittelpunkt. Den Entwurf dieser Stadt hat Zamoyski dem italienischen Architekten Bernardo Morando beauftragt. Für den Bau der Stadt hat man eine gut zur Abwehr geeignete Stelle im Zusammenfluss von zwei Flüssen Wieprzec und Kalinowica ausgesucht.
Morando hat mit den modernen Bastionsbefestigungen umgebene Stadt entworfen. Es haben in die Stadt drei Tore geführt, und das leben hat sich auf den drei Märkten konzentriert: auf dem Großen Markplatz, Wassermarkt, Salzmarkt. Zamosc war an der Kreuzung der wichtigen Kommunikationswege gelegen, die aus Kiev nach Danzig, und aus Vilna nach Krakau geführt haben. Weil der über die Entwicklung der Stadt entscheidende Faktor der Handel war, hat der Stifter die Lokalisationsprivilegien für die traditionell betreibenden Handel Kaufleute vor allem Griechen, Armenier und Juden ausgegeben. Die Stadt hat das Stapelrecht bekommen, die Durchführung der wöchentlichen Jahrmärkte und drei Jahrmärkte im Jahre, sowie die Befreiung von Steuern, Zoll und Maut. Das alles hat der Stadt eine dynamische Entwicklung gesichert. Schon im Jahre 1590, also 11 Jahre nach dem Baubeginn hatte die Stadt 216 Häuser und nur 26 nichtbebaute Grundstürke. In den weiteren Jahren sind Akademie von Zamosc, zahlreiche Kirchen erbaut worden, man hatte die Arbeiten an den Befestigungen abgeschlossen. Sie haben sich so erfolgreich erwiesen, dass Zamosc als Festung nie von den fremden Heeren erobert wurde. Rathaus von Zamosc

Im 17. Jh. war Zamosc nicht nur die große Festung, aber auch ein wichtiges Wissenschaft- und Kulturzentrum. Nachdem Polen die Abhängigkeil verloren halle, befand sich Zamosc in der österreichischen, später in der russischen Besatzung. Im Jahre 1866 wurde die Festung Zamosc angesichts des Fortschrittes in der Kriegstechnik liquidiert, und die Mehrheit der Fortifikationen wurde gesprengt. Bis zu unseren Zeiten hat sich in fast unveränderten Form die von Morando geplante Stadtbebauung und ihre wichtigsten Objekte erhallen. Dank diesen Objekten wurde Zamosc als die dritte Stadt in Polen nach Krakau und Warschau ins Verzeichnis des Weltkulturerbes von UNESCO eingetragen. Somit befindet sich die Stadt unter den größten Errungenschaften im Bereich der Architektur und des Städtebaus in der Menschheitsgeschichte. J. Franc Bruder - Blick auf Zamosc vom Westen.  Sammlungen des Museums von Zamosc.

Das heutige Zamosc zählt 70.000 Einwohner und ist der wichtigste Wirtschafts- Kultur- und Hochschulmittelpunkt in der südlichen Lubliner Region. Es wächst auch ständig seine Bedeutung auf der touristischen Landkarte, und die die Stadt besuchenden Touristen sind immer herzlich willkommen. Der Große Marktplatz ist das Herz und das Zentrum der Altstadt. Hier kreuzen sich zwei Stadtachsen. Eine von ihnen verbindet drei Märkte der Altstadt, die andere das Schloss der Familie Zamoyski mit dem wichtigsten Fortifikationselement - der Bastion VII. Über dem Marktplatz dominiert der 52-Meter hohe Turm des Rathauses von Zamosc. Das Rathaus ist wie früher der Sitz der Stadtbehörden und zugleich der meist charakteristische Bau der Stadt. lm Sommer zu Mittag wird das Turmlied geblasen. Trompeter auf dem Rathausturm fot. M. JaworDer Trompeter spielt es in drei Himmelsrichtungen. Nach dem Westen, in die Richtung von Krakau hat Jan Zamoyski verboten zu spielen, weil er angeblich Krakau nicht gemocht hat, und sein Wille wird bis heute honoriert. In den Bürgerhäusern des Großen Marktplatzes haben die reichsten Kaufleute, Professoren der Akademie von Zamosc gewohnt.

Heute ist der Marktplatz voll vom Leben. Eben hier vor der Rathaustreppe finden Ende Juni -Anfang Juli die Aufführungen des Theatersommers von Zamosc statt, und in der ganzen Sommersaison zahlreiche Konzerte und Feste. Hier begrüßen die Einwohner von Zamosc und seine Gäste das Neue Jahr. Der Dom von Zamosc ist das wertvollste Baudenkmal der Stadt. Weil Jan Zamoyski ursprünglich beabsichtigte, dass die Einwohner der Stadt ausschließlich Polen der katholischen Konfession sein werden, hat er den Dom für 3000 Gläubige geplant, also für so viele, wie viel Einwohner die Stadt zählen sollte. Der Dom beeindruckt durch ausgesuchte Stückarbeiten im Stein, herrliche europäische Malerei (Carlo Dolci) und polnische (Rafal Hadziewicz, Wojciech Gerson) und zahlreiche Werke des Kunstgewerbes vom höchsten Niveau, sie ergänzen das ganze Bild und stellen sie in die Reihe der herrlichsten polnischen Kirchen.

Der Feldherr wollte, dass der Dom zugleich das Mausoleum des Geschlechts Zamoyski wird. In seiner Krypta sind alle Majoratsherren begraben, angefangen mit dem Stadtstifter und dem Schöpfer der Macht des Geschlechts, dem Feldherrn und dem Kanzler Jan Zamoyski. Beim Stadtbummel lohnt es sich die Aufmerksamkeit auf das wunderschöne Portal des Infulenhauses zu lenken, und auf den Glockenturm hinaufzugehen, um die gewaltigen Domglocken zu sehen, mit der größten, 4,3 Tonnen wiegenden "Jan", und das Panorama der Stadt und ihrer Umgebung zu bewundern. Der Dom war nicht die einzige Kirche in Zamosc. Schon im 17. Jh. haben hier 8 Tempeln funktioniert, 5 katholische Kirchen, jüdische Synagoge, armenische Kirche und griechisch-orthodoxe Kirche. Bis zu dieser Zeit sind die Franziskanerkirche, Reformaktenkirche und St. Nikolauskirche in den Mauern der ehemaligen griechischen Kirche geblieben. Armenische Bürgerhäuser fot. M . Jawor

Die die Stadt umgebenden gewaltigen Wehrmauer mit sieben Bastionen, Wassergrabenanlagen, Stausee, Tore mit Zugbrücken haben aus Zamosc eine Festung gemacht, die nicht zu erobern war. Die Kampftaufe hat die Festung während der Belagerung durch die Armee von Bogdan Chmielnicki im Jahre 1648 erlebt. Acht Jahre später als eine der wenigen in Republik Polen hat die Festung die Angriffe der schwedischen Armee abgewehrt, was Henryk Sienkiewicz bunt im Roman "Sintflut" beschrieben hat. Zweimal hat sich noch in der Geschichte Polens die Festung im 19. Jh. schön eingetragen. Zuerst nach der Napoleons Niederlage bei Moskau war sie von der russischen Armee belagert. Um den Verteidigern den Sold auszuzahlen, hat man die Kirchensilber in Münzen umgeprägt. Erst nach der 9-monatigen Belagerung, als es in der Festung keine Vorräte mehr gab, hat man die Kapitulationsakte unterzeichnet. Auch während des Novemberaufstandes hat sich Zamosc erst nach der 8-monatigen Belagerung ergeben als die letzte sich in den Händen der Aufstandskämpfern befindende Festung. Das 19. Jh. ist die Zeit des intensiven Ausbaus und Stärkung der Festung. Damals sind zahlreiche Bauten in ihrem Vorfeld entstanden, die Rotunde, die Schanzenwerke. lm Jahre 1821 hat die zaristische Regierung Zamosc von den bisherigen Besitzern abgekauft. lm Jahre 1866 im Zusammenhang mit dem technischen Fortschritt in der Kriegskunst, hat man den Entschluss über die Liquidation der Festung gefasst. Man hat ein Teil der Fortifikationen in die Luft gesprengt. Viele Teile aber sind bis heute erhalten geblieben und zeugen von der ehemaligen Macht.Uniform- und Waffenmuseum "Arsenal"

Jede von den drei Museen in Zamosc hat seinen spezifischen Charakter. Das Museum von Zamosc hat seinen Sitz in den armenischen Bürgerhäusern auf dem Großen Marktplatz. Seine Sammlungen zeigen die Geschichte von Zamosc und der Majorat von Zamosc, die Kulturerrungenschaften der Stadt und der Region. Man kann hier den Stadtmodel sehen, aber auch Werke der Volkskünstler und archäologische Funden aus der Umgebung. Einen zusätzlichen Wert des Museums bildet sein Innere, wo einmal die Wohnungen der Bürger von Zamosc waren, wo sich die Elemente der damaligen Einrichtung erhalten haben. Das Uniform- und Waffenmuseum " Arsenal " befindet sich im ehemaligen Zeughaus und ist der militärischer Tradition der Stadt von der Entstehung bis zu heutigen Zeiten gewidmet. Im Infulenhaus dicht am Dom befindet sich das Sakralmuseum.
Seine Sammlungen sind vor allem der Geschichte der Kirche gewidmet und die Mehrheit der Exponate stammt aus der bisher den Besuchern nicht zugänglichen Schatzkammer des Domes.Museum von Zamosc

Um sich von den geschichtlichen Baudenkmälern zu erholen, lohnt es sich in den ZOO zu gehen. Es ist eine große Attraktion, nicht nur für die Kinder. Auf den 8 ha ca. ein Kilometer von der Altstadt entfernt, kann man die Tiere aus der ganzen Welt sehen. Der mit der 80-jährigen Tradition ZOO in Zamosc ist ein einziger an der östlichen Seite von Weichsel. Im Sommer kann man sich am Stausee abkühlen, im Freibad des Sport- und Rekreationsobjekts oder in der Schwimmhalle. Man kann auch Tennis auf den Tennisplätzen des Klubs "Return" oder des Campingplatzes "Duet" spielen. Es lohnt sich auch den Spaziergang im Stadtpark zu machen, der auf ehemaligen Fortifikationsgebieten angelegt wurde, und am Abend in die Altstadt zu gehen, wo die Beleuchtung der Kirchen, des Rathauses und der Bürgerhäuser ein einmaliges Klima der "Perle der Renaissance" schafft.


PRAKTISCHE INFORMATIONEN

Touristisches Information Zentrum für Touristeninformation in Zamosc
ul. Rynek Wielki 13, ( Rathaus ) tel. (0-84) 6392292, tel/fax 6270813, e-mail zoit@zamosc.um.gov.pl

Museen

Museum von Zamosc
, ul. Ormianska 30, tel. (084) 638-64-94
Eintritt. Normal - 4 zl, Ermäßigung -2 zl

Uniform- und Waffenmuseum "Arsenal"
, ul. Zamkowa 2, tel. (084) 638-40-76
Eintritt. Normal - 4 zl, Ermäßigung -2 zl

Museum "Rotunda"
, ul. Meczennikow Rotundy - Eintritt frei

Galerie
Ausstellungsbüro -Galerie von Zamosc ul. Staszica 27, tel. (084) 638-57-82,
Eintritt frei

Zoologischer Garten ul Szczebrzeska 8, tel. (084) 639-34-70
9.00 - 19.00Uhr Eintritt. Normal - 4 zl, Ermäßigung -2 zl

Sport und Rekreation

Tennisplätze
,
ul Studzlenna, tel. (084) 639-58-25; ul. Krolwej Jadwigi 14, tel. (084) 639-24-99

Schwimmhalle
,
ul J. Zamoyskiego 62A tel. (0-84) 639-96-64, 638-92-25, tel/fax (0-84) 638-92-24, (auch für behinderte)

Schwimmbad OSiR
,
ul. Kr. Jadwigii 8, tel. (084) 638-60-11,
im Sommer Stausee bei Rotunde (bewachtes Freibad, Ausleihe von Wassergeräten)

Bewachte Parkplätze
ul. Sadowa, ul. Wyszynskiego 52