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   Dienstag, 24 Mai, 2016
   Namenstag feiern: Dagmar, Esther
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Zary
Die Stadt Zary liegt im Grenzgebiet zwischen dem Schlesischen und dem Großpolnischen Das Stadtpanorama in der NachtTiefland und zugleich zwischen zwei Nebenflüssen der Oder, Bóbr und Nysa Luzycka (Neiße). Sie gilt als das größte Wirtschafts- und Kulturzentrum im südlichen Teil der Woiwodschaft Lubuskie.

Bei Zary handelt es sich um ein bedeutendes Industriezentrum. Da die Traditionen im Zusammenhang mit der Textilindustrie hier stark ausgeprägt sind, hat diese Stadt nach dem Krieg den Beinamen "Das Manchester Westpolens" bekommen. Das gegenwärtige Wirtschaftsimage von Zary wird durch seine grenznahe Lage bestimmt. In der Nahe der Stadt (20 bis 40 km) befinden sich die polnisch - deutschen Grenzübergänge in Olszyna, Leknica, und Przewóz sowie der Eisenbahngrenzübergang in Forst.

Von großem Vorteil ist für die wirtschaftliche Weiterentwicklung der Stadt ihre demographische Struktur. Zary stellt auch einen attraktiven Ferienort dar.
Von einer abwechslungsreichen Geschichte dieser alten Siedlung zeugen die archäologischen Funde sowie die historischen Bauwerke aus verschiedenen Epochen.

Pfahrerkirche aus dem XIV/XV Jh.Die Anfänge der Besiedlung der Region Zary reichen bis in die Urgeschichte zurück. Der Name "Zara", der sich wahrscheinlich auf einen kleinen, unabhängigen slawischen Stamm bezieht, erscheint zum erstenmal im Jahre 1007 in der Thietmar - Chronik. Zu jener Zeit, unter Boleslaw dem Tapferen, wurde die Region Zary und die ganze Lausitz dem polnischen Staat angeschlossen.

Die Stadt Zary wurde um 1260 nach dem Magdeburger Recht gegründet. Sie umfaßte drei Zentren, und zwar die Marktsiedlung am "Salzweg" von Leipzig nach Wroclaw, eine inmitten von Moorgebieten gegründete Siedlung (auf dem Gebiet einer späteren Burg) sowie eine 1274 entstandene Franziskanersiedlung. Da die Geschichte dieses an Schlesien und die Lausitz grenzenden Gebietes sehr bewegt war, hatte Zary seine Staatszugehörigkeit oftmals gewechselt. So herrschten hier die Schlesischen Piasten (bis 1364), die böhmischen Könige (bis 1635), die sächsischen Kurfürsten (bis 1815) und die preußischen Behörden. Eigentümer der Stadt waren Vertreter mächtiger Häuser wie Dewin, Biberstein und Promnitz, deren Residenzen auf dem Burghügel bis heute stehen.

Einige Jahrhunderte lang galt Zary als ein "freier Ständestaat", dessen Bürger vom Handel und Handwerk lebten. Bereits im 14. Jh. waren hier die Zünfte von Tuch - und Leinenmachern, Bierbrauern, Schustern, Färbern u.ä. tätig. Im 19. Jh. galt Zary als ein bedeutendes Industriezentrum. Im Vordergrund standen dabei die Textilwerke, in denen fast 50% aller in der Industrie beschäftigten Personen arbeiteten.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde nach Zary eine Filiale der Luftfahrtwerke Focke - Wulf versetzt. Im April 1944 führten die Alliierten einen Luftangriff auf Zary durch, infolge dessen ein Teil der alten Stadtbebauung zerstört wurde. Im Februar 1945 marschierten in die Stadt die Truppen der Roten Armee ein. Laut Beschlüssen des Potsdamer Abkommens ist die Stadt zu Polen zurückgelangt.

Künstler auf dem Hof von Zary

Georg Philip Telemann
-
neben Johann Sebastian Bach der hervorragendste deutsche Komponist des 18. Jh. In den Jahren 1704 - 1709 als Kapellmeister auf dem Hofe von Erdmann II. Promnitz tätig gewesen. In Zary entstand u.a. seine Suita Polonaise.
Erdmann Neumeister - einer der führenden Schöpfer des europäischen Protestantenliedes, lebte in den Jahren 1671 - 1756. Prediger auf dem Hofe von Erdmann II. Promnitz.

Julius Giovanni Simonetti
- ein bekannter italienischer Architekt, der Hauptprojektleiter der Promnitz - Residenz in Zary, deren Bau 1726 zu Ende gebracht wurde.
Trotz beträchtlicher Kriegszerstörungen sind in Zary viele interessante Bauwerke erhalten geblieben. Im nordwestlichen Stadtteil liegt die Burg der Familien Dewin und Bieberstein, ein mächtiger Bau aus dem 13. Jh., der später im Still der Renaissance umgebaut wurde. In ihrer ummittelbaren Nähe befindet sich das barocke Promnitz - Palais, das von dem italienischen Architekten Giovanni Simonetti entworfen wurde. Die beiden Residenzen wurden von einem Privatinvestor erworben und sollen nun einer Restaurierung unterzogen werden. Sie sind von Überresten eines ehemaligen geometrischen Parks mit einem Gartenpalais und dem Blauen Tor von 1708 umgeben.

Die Altstadt wird durch die gotische Kirche des Heiligsten Herzens Jesu überragt. Dieses Gotteshaus, dessen Grundform im 15. Jh. geprägt wurde, reicht mit seiner Geschichte bis zu den Anfängen der Stadt zurück, denn gewisse Teile der Mauer im nördlichen Flügel stammen aus dem 12. Jh. An der östlichen Wand wurde in den Jahren 1670-72 die barocke Promnitz - Kapelle gebaut.

Biberstein und PromnitzschloßIn der Nähe der Kirche befinden sich eine gotische Pfarrei und ein Oberintendantur - Gebäude im Still der Gotik und der Renaissance. Heutzutage ist hier das Stadtarchiv beherbergt. Eine Zierde der Stadt ist sein neulich restauriertes Rathaus aus der Wende des 14. zum 15 Jh. mit einem schönen Renaissanceportal. Die Bürgerhäuser am Markt und in der Boleslawa - Chrobrego - Straße, der wichtigsten Shoppingstraße von Zary, sind besonderes sehenswert. Die ältesten Gebäude stammen aus dem 17. Jh. Als Überreste der mittelalterlichen Befestigungen sind Teile der Mauer, zwei Wehrtürme (der höhere, aus Rasenerz aufgebaut, ist zu Zarys Wahrzeichen geworden) und ein Steiner Glockenturm aus der Wende des 14. zum 15. Jh. erhalten geblieben. Sehenswert sind der Ausstellungssalon auf der Promenade vonZary, unweit des Rathauses und die Traditionskammer im Gebäude der verschiedenen Zünfte in der Ogrodowa - Straße.

Ein beliebtes Ziel der am Wochenende von den Zary-Bewohnern unternommenen Spaziergänge ist der "Grüne Wald", der den südlichen Rand der Stadt berührt. Eine große Anziehungskraft hat der gemauerte Turm, der vor dem Krieg am höchsten (227 m ü.d.M.) Gipfel der Zarskie - Anhöhen erbaut wurde. Bei gutem Wetter kann von dem Turm aus ein Panorama des Riesengebirges bewundert werden.