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Zary
Die Stadt Zary liegt im Grenzgebiet zwischen dem Schlesischen
und dem Großpolnischen Tiefland
und zugleich zwischen zwei Nebenflüssen der Oder, Bóbr und Nysa Luzycka
(Neiße). Sie gilt als das größte Wirtschafts- und Kulturzentrum im
südlichen Teil der Woiwodschaft Lubuskie.
Bei Zary handelt es sich um ein bedeutendes Industriezentrum.
Da die Traditionen im Zusammenhang mit der Textilindustrie hier stark
ausgeprägt sind, hat diese Stadt nach dem Krieg den Beinamen "Das
Manchester Westpolens" bekommen. Das gegenwärtige Wirtschaftsimage
von Zary wird durch seine grenznahe Lage bestimmt. In der Nahe der
Stadt (20 bis 40 km) befinden sich die polnisch - deutschen Grenzübergänge
in Olszyna, Leknica, und Przewóz sowie der Eisenbahngrenzübergang
in Forst.
Von großem Vorteil ist für die wirtschaftliche Weiterentwicklung der
Stadt ihre demographische Struktur. Zary stellt auch einen attraktiven
Ferienort dar.
Von einer abwechslungsreichen Geschichte dieser alten Siedlung zeugen
die archäologischen Funde sowie die historischen Bauwerke
aus verschiedenen Epochen.
Die
Anfänge der Besiedlung der Region Zary reichen bis in die Urgeschichte
zurück. Der Name "Zara", der sich wahrscheinlich auf einen kleinen,
unabhängigen slawischen Stamm bezieht, erscheint zum erstenmal im
Jahre 1007 in der Thietmar - Chronik. Zu jener Zeit, unter Boleslaw
dem Tapferen, wurde die Region Zary und die ganze Lausitz dem polnischen
Staat angeschlossen.
Die Stadt Zary wurde um 1260 nach dem Magdeburger Recht gegründet.
Sie umfaßte drei Zentren, und zwar die Marktsiedlung am "Salzweg"
von Leipzig nach Wroclaw, eine inmitten von Moorgebieten gegründete
Siedlung (auf dem Gebiet einer späteren Burg) sowie eine 1274 entstandene
Franziskanersiedlung. Da
die Geschichte dieses an Schlesien und die Lausitz grenzenden Gebietes
sehr bewegt war, hatte Zary seine Staatszugehörigkeit oftmals gewechselt.
So herrschten hier die Schlesischen Piasten (bis 1364), die böhmischen
Könige (bis 1635), die sächsischen Kurfürsten (bis 1815) und die preußischen
Behörden. Eigentümer der Stadt waren Vertreter mächtiger Häuser wie
Dewin, Biberstein und Promnitz, deren Residenzen auf dem Burghügel
bis heute stehen.
Einige Jahrhunderte lang galt Zary als ein "freier Ständestaat", dessen
Bürger vom Handel und Handwerk lebten. Bereits im 14. Jh. waren hier
die Zünfte von Tuch - und Leinenmachern, Bierbrauern, Schustern, Färbern
u.ä. tätig. Im 19. Jh. galt Zary als ein bedeutendes Industriezentrum.
Im Vordergrund standen dabei die Textilwerke, in denen fast 50% aller
in der Industrie beschäftigten Personen arbeiteten.
Während des Zweiten Weltkrieges wurde nach Zary eine Filiale der Luftfahrtwerke
Focke - Wulf versetzt. Im April 1944 führten die Alliierten einen
Luftangriff auf Zary durch, infolge dessen ein Teil der alten Stadtbebauung
zerstört wurde. Im Februar 1945 marschierten in die Stadt die Truppen
der Roten Armee ein. Laut Beschlüssen des Potsdamer Abkommens ist
die Stadt zu Polen zurückgelangt.
Künstler auf dem Hof von Zary 
Georg Philip Telemann - neben Johann Sebastian Bach der hervorragendste
deutsche Komponist des 18. Jh. In den Jahren 1704 - 1709 als Kapellmeister
auf dem Hofe von Erdmann II. Promnitz tätig gewesen. In Zary entstand
u.a. seine Suita Polonaise.
Erdmann Neumeister - einer der führenden Schöpfer des europäischen
Protestantenliedes, lebte in den Jahren 1671 - 1756. Prediger auf
dem Hofe von Erdmann II. Promnitz.
Julius
Giovanni Simonetti - ein bekannter italienischer Architekt, der
Hauptprojektleiter der Promnitz - Residenz in Zary, deren Bau 1726
zu Ende gebracht wurde.
Trotz beträchtlicher Kriegszerstörungen sind in Zary viele interessante
Bauwerke erhalten geblieben. Im nordwestlichen Stadtteil liegt die
Burg der Familien Dewin und Bieberstein, ein mächtiger Bau aus dem
13. Jh., der später im Still der Renaissance umgebaut wurde. In ihrer
ummittelbaren Nähe befindet sich das barocke Promnitz - Palais, das
von dem italienischen Architekten Giovanni Simonetti entworfen wurde.
Die beiden Residenzen wurden von einem Privatinvestor erworben und
sollen nun einer Restaurierung unterzogen werden. Sie sind von Überresten
eines ehemaligen geometrischen Parks mit einem Gartenpalais und dem
Blauen Tor von 1708 umgeben. 
Die Altstadt wird durch die gotische Kirche des Heiligsten Herzens
Jesu überragt. Dieses Gotteshaus, dessen Grundform im 15. Jh. geprägt
wurde, reicht mit seiner Geschichte bis zu den Anfängen der Stadt
zurück, denn gewisse Teile der Mauer im nördlichen Flügel stammen
aus dem 12. Jh. An der östlichen Wand wurde in den Jahren 1670-72
die barocke Promnitz - Kapelle gebaut.
In
der Nähe der Kirche befinden sich eine gotische Pfarrei und ein Oberintendantur
- Gebäude im Still der Gotik und der Renaissance. Heutzutage ist hier
das Stadtarchiv beherbergt. Eine Zierde der Stadt ist sein neulich
restauriertes Rathaus aus der Wende des 14. zum 15 Jh. mit einem schönen
Renaissanceportal. Die Bürgerhäuser am Markt und in der Boleslawa
- Chrobrego - Straße, der wichtigsten Shoppingstraße von Zary, sind
besonderes sehenswert. Die ältesten Gebäude stammen aus dem 17. Jh.
Als Überreste der mittelalterlichen Befestigungen sind Teile der Mauer,
zwei Wehrtürme (der höhere, aus Rasenerz aufgebaut, ist zu Zarys Wahrzeichen
geworden) und ein Steiner Glockenturm aus der Wende des 14. zum 15.
Jh. erhalten geblieben. Sehenswert sind der Ausstellungssalon auf
der Promenade vonZary, unweit des Rathauses und die Traditionskammer
im Gebäude der verschiedenen Zünfte in der Ogrodowa - Straße.
Ein beliebtes Ziel der am Wochenende von den Zary-Bewohnern unternommenen
Spaziergänge ist der "Grüne Wald", der den südlichen Rand der
Stadt berührt. Eine große Anziehungskraft hat der gemauerte Turm,
der vor dem Krieg am höchsten (227 m ü.d.M.) Gipfel der Zarskie -
Anhöhen erbaut wurde. Bei gutem Wetter kann von dem Turm aus ein Panorama
des Riesengebirges bewundert werden. |
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